Die letzten Blüten im Herbst

Mitten im November ist es nichts Ungewöhnliches, wenn nachts schon der Frost über das Land zieht. Raureif am Morgen ist Zeuge des späten Herbstes und des nahenden Winters. Doch noch hat die kalte Jahreszeit nicht vollständig die Herrschaft errungen. Tagsüber, wenn an einem klaren Tag die Sonne noch einmal mit ihrer letzten Kraft auf die Erde strahlt, können die Temperaturen doch noch mal einen zweistelligen Bereich erklimmen. Die Bienen, die in der Kälte der Nacht schon in ihrer Wintertraube zusammensitzen und von ihren Vorräten zehren, lassen sich an solch warmen Tagen noch für ein paar letzte Ausflüge herauslocken. Doch was blüht eigentlich um diese Zeit noch? Wo findet manch muntere Biene in dieser späten Jahreszeit noch Nektar oder Pollen?

Beobachtet man das Treiben am Flugloch, so kann man die ein oder andere Biene  erkennen, die gelben Pollen mit nach Hause bringt. Dieser stammt jetzt meistens vom Weißen Senf (Sinapis alba), der im Herbst auf den Feldern angebaut wird. Die gelbe Blüte kann bis weit in den November hinein noch einmal für ein gelbes Meer auf den Feldern sorgen. Für die Bienen ist dies ein willkommenes letztes Mahl vor dem langen Winter. Beim Senf sammeln sie Pollen und Nektar. Diese gelben Weiten auf den Äckern erinnern an die Rapsblüten im Frühjahr und werden daher von vielen mit diesen Verwechselt. Der Raps ist so spät im Jahr aber schon längst in den Ölmühlen…

Aber auch einige andere Pflanzen bieten den späten Bestäubern noch ein paar kleine Leckereien. So finden sich vereinzelt noch weiße Taubnesseln (Lamium album), die sowohl etwas Nektar als auch weißen Pollen bereitstellen. Auch hier kann man an warmen Sonnentagen noch wenige Bienen ausmachen.

Eine weitere Pflanze, die auch im November noch tapfer ein paar letzte Blüten in den Wind hält, ist der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigra). Dieses Nachtschattengewächs hat zwar winzige unscheinbare Blüten, als typisches Nachtschattengewächs bietet es aber dennoch eine Wohltat für Bienen. Eine üppige Fülle an gelbem Pollen wartet hier auf die letzten tapferen Bestäuber. Nektar bietet der Schwarze Nachtschatten jedoch keinen für die Bienen.

Auch wenn solche warmen Tage, an denen die Bienen nochmal ausfliegen nun immer seltener werden, so kann man unseren fleißigen Honigvögeln trotzdem etwas Gutes tun, wenn man diese Pflanzen, die meist als Unkraut im Garten verachtet werden, stehen und blühen lässt. Auch andere Pflanzen, die häufig als Zierpflanzen im Garten stehen, bieten den Bienen noch etwas Schönes: Wunderbaum (Ricinus Communis) und Japan-Anemonen (Anemona japnoica) sind einige hiervon. Nur wenn die Bienen gut gestärkt in den Winter gehen, können sie auch im nächsten Frühling wieder frisch und munter ausfliegen und in ein neues Bienenjahr starten.

A Day of Autumn – Being Barefoot

An einem trüben Herbsttag lockte mich das warme Wetter zu einem kleinen Waldspaziergang nach draußen. Wie immer barfuß. Ausgerüstet mit meiner Kamera entstand so ein neues kurzes Video für meine Videoserie Being Barefoot.

Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der ich oft angesprochen werde, ob es nicht zu kalt sei, um barfuß zu laufen. Nun die Antwort ist: Nein, es ist ja noch warm 😉

Komischerweise werde ich im Winter, wenn es wirklich kalt ist, viel seltener angesprochen. Vielleicht halten mich die Menschen dann für völlig verrückt und trauen sich nicht mich anzusprechen. Nun ist aber in jedem Fall eine gute Zeit, um als Barfußneuling auch mal außerhalb der warmen sommerlichen Komfortzone die Füße blank zu lassen. Warme Herbsttage bieten mit den Matschpfützen, vertrockneten Blättern und feuchtem Boden besonders viele sensorische Reize für die Füße. Da braucht es keinen künstlichen Barfußpark. Die Natur bietet alles was wir brauchen. Auch für unsere Füße.

Herbstanfang

Nachdem die Natur im phänologischen Jahresverlauf bereits seit einigen Wochen den Herbst angekündigt hat, ist es nun auch nach dem Kalender so weit: der Herbst ist da. Heute am 23.09.2019 ist die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Ab diesem Tag sind die Nächte wieder länger als die Tage. Die kalte Jahreszeit beginnt. Bis zur Zeit der Wintersonnenwende am 21. Dezember werden die Tage nun jeden Tag ein wenig kürzer. Für die frühen nordeuropäischen Waldvölker war das Äquinoktikum im Herbst eines der 4 großen Jahreskreisfeste. Es ist das Gegenstück zur Frühjahres-Tag-und-Nacht-Gleiche und ist das nächste Sonnenfest nach der Sommersonnenwende.

Der Beginn des Herbstes war für die frühen Menschen ein wichtiger Scheidepunkt im Jahr. Die Ernte des Jahres war nun eingefahren. Es ist eine Zeit der Fülle und des Überflusses. Die Speisekammern sind prall gefüllt. In dieser Zeit blickt man zurück aufs Jahr und ist dankbar für alle Gaben, die die Natur einem geschenkt hat. Erntedankfeste werden gefeiert. Gleichzeitig ist es aber auch eine Zeit der Ungewissheit: reichen die Vorräte bis zum nächsten Frühjahr? Was jetzt in den Vorratskammern ist, ist alles, was einen über den  Winter zur Verfügung steht. Nun kehrt sich das wilde Treiben des Frühlings und des Sommers in Ruhe und Besinnlichkeit um.

Diesen wichtigen Punkt im Jahr haben die Menschen früher mit Ritualen und Festen gefeiert. Auch heute noch können wir diese Zeit für uns nutzen, um selbst auf das vergangene zurückzuschauen und uns bewusst zu machen, wofür wir dankbar sind. Dabei ist natürlich nicht nur die Dankbarkeit gegenüber den Gaben der Natur gemeint, sondern alles, was uns begegnet ist. Eine schöne Möglichkeit, diese Rückschau ganz bewusst zu bereiten, ist es ein Räucherritual zu vollziehen. Nachfolgend gibt es eine kleine Anregung für eine Räuchermischung passend zum Herbst:

Räuchermischung „Herbst“

Beifußblüten, Kiefernharz, Fichtenharz, Hagebutten, Wachholderbeeren, Sandelholz, Myrrhe

Diese Räuchermischung schafft eine harmonische Atmosphäre, hilft uns innerlich auf vergangenes zurückzuschauen und steht symbolisch für Dankbarkeit. Räuchern ist dabei selbst immer auch eine Opferhandlung. Die in den Himmel steigenden Dämpfe sind eine Opfergabe an die Ahnen, Geister & Götter.

 

 

Es kommt der Herbst

Nur noch wenige Tage, dann ist der kalendarische Herbstanfang. In der Natur können wir aber schon längere Zeit das nahende Ende des sommerlichen Treibens beobachten. In den Nächten sinkt die Temperatur auf einstellige Grade, heftige Stürme fegen das erste Laub von den Bäumen und hier und dort beginnen bunte Farben sich im Geäst der Bäume zu verbreiten. Wo vorher grüne Welten und bunte Blüten die Landschaft prägten beginnen nun die Früchte reif und verlockend an den Bäumen und Sträuchern zu warten. Äpfel, Birnen, Weißdornbeeren, Hagebutten und viele andere heilsame und leckere Schätze der Natur lassen sich nun sammeln.

Im September ist auch die Zeit der Rosskastanie. Die stacheligen Früchte mit den große braunen Samen sind im Gegensatz zu den Esskastanien leider nicht genießbar. Dennoch bringen sie vielen Kindern im Herbst eine große Freude. Voll Eifer werden die glänzenden Kugeln gesammelt und aus ihnen lassen sich manche Kunstwerke zaubern. Doch die Kastanien haben noch einen ganz anderen Nutzen: aus ihnen lässt sich ohne viel Aufwand ein Waschmittel herstellen. Hierzu einfach eine handvoll Kastanien kleinschneiden und über Nacht in ein Glas mit kaltem Wasser einlegen. Nach etwa 12 Stunden können die Kastanien entnommen werden und die nun schäumende, trübe Flüssigkeit ist wie eine Flüssigseife oder ein Flüssigwaschmittel zu verwenden. Grund hierfür sind die in den Kastanien  in großen Mengen vorhandenen Saponine (Seifenstoffe).

In der Abenddämmerung begegnet man nun häufig Igeln. Diese stacheligen Tierchen sind in dieser Zeit auf der Suche nach eiweißreicher Nahrung, um sich ihren Winterspeck für den Winterschlaf anzufressen. Auch geeignete Überwinterungsmöglichkeiten werden nun erspäht. So machen die kleinen Igelein dieser Zeit erstaunlich viel Radau, wenn sie etwa in Holzstapeln oder Schuppen unterwegs sind. Besonders dünnen Exemplaren kann man nun mit etwas Futter aushelfen, damit sie genügend Gewicht zum Überwintern aufbauen. Auch kann man Laubhaufen und Holzstapel über den Winter im Garten liegen lassen. Nicht nur die Igel freuen sich über diese geschützten Rückzugsorte.

Auch die Brombeeren, die mit ihren dornigen Ranken wie ein Wächter das Unterholz umgeben, warten im Herbst mit ihren leckeren schwarzen Früchten auf. Die Brombeeren sind dabei nicht nur lecker, sondern auch heilsam. Der Brombeersaft ist gut für Hals, Stimmbänder und Kehlkopf. Bereits in der Antike und im Mittelalter haben Opernsänger, Politiker und Redner gerne den Saft der Beeren getrunken, um ihre Stimmen frisch zu halten. Der Saft wirkt nämlich auch gegen Heiserkeit. Aber auch bei Kehlkopfentzündungen und Halsschmerzen und wirkt die Brombeere hilfreich.

Hornissen

Die Hornissen (Vespa crabro) gehören zu den echten Wespen, zu denen auch die bei uns häufig vorkommenden Arten Deutsche Wespe und Gemeine Wespe gehören. Hornissen sind bei uns jedoch weit weniger verbreitet. Sie sind als Art geschützt und stehen im Bundesartenschutzgesetz in der Liste der besonders geschützten Arten. Wer also Hornissen bei sich bemerkt oder gar ein ganzes Nest ausfindig macht, kann sich freuen, dass ein so seltenes Tier hier einen geeigneten Lebensraum finden konnte.

Auch wenn die großen gelbschwarzen Insekten sehr eindrucksvoll sind, geht von ihnen keine Gefahr aus. Sie sind weder aufdringlich noch gefährlich. Hornissen interessieren sich nicht für unsere süßen speisen oder Getränke. Sie greifen niemals unprovoziert an und sind sehr friedliebende und umgängliche Tiere. Lediglich bei der Verteidigung ihres Nestes können die Hornissen wehrhaft werden. Dieses Verhalten beschränkt sich aber in der Regel auf wirkliche Störungen am Nest oder im direkten Einflugbereich. Bereits bei wenigen Metern Abstand zu einem Hornissennest ist keine Verteidigungsreaktion mehr zu erwarten. Menschen und Hornissen können also in den allermeisten Fällen friedlich zusammenleben, selbst wenn die Hornissen ihr Nest in unmittelbarer Nähe zu uns Menschen bauen (etwa in Schuppen).

Ein Problem entsteht nur dann, wenn die Hornissen ihr Nest so bauen, dass der Einflugbereich sich unmittelbar mit unserem täglichen Wirkungsraum überschneidet, beispielsweise ein Hornissennest direkt über dem Eingangsbereich zu Wohngebäuden, etc. Oder aber es liegt bei einem Menschen eine Hornissengiftallergie vor, die einen so dichten Kontakt mit den Insekten zu einem potenziellen Risiko macht. In solchen speziellen Fällen können Fachberater für Hornissenschutz, die mit den entsprechenden Naturschutzbehörden zusammenarbeiten, die Situation begutachten und ggf. Maßnahmen ergreifen. Hierbei wird immer ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der betroffenen Menschen und dem Schutz der Tiere gefunden. In den meisten Fällen reichen bereits einfache Maßnahmen zur Fluglochumleitung, um die potenzielle Gefahr zu bannen. Die Hornissen können hier direkt an Ort und Stelle verbleiben. In ganz ungünstigen Fällen kann auch eine Umsiedlung des Hornissennestes angedacht werden. Im Herbst sterben die Arbeiterinnen des Hornissenvolkes und lediglich die jungen Königinnen überwintern. Das Volk löst sich auf. Ein Hornissenest ist also immer nur eine temporäre Erscheinung. Bereits die Information, dass das Nest im Herbst aufgegeben wird, beruhigt viele Menschen in ihren Ängsten.

Als besonders geschützte Art dürfen Hornissen und ihre Brut- und Ruhestätten lediglich mit einer Ausnahmegenehmigung durch die Naturschutzbehörde gestört werden. Eine Fluglochumleitung oder gar eine Umsiedlung sind eindeutige Störungen in diesem Sinne. Daher gibt es speziell ausgebildete Fachberater für Hornissenschutz, die mit den Behörden zusammenarbeiten und solche Ausnahmegenehmigungen haben. Schädlingsbekämpfer gehören nicht zu diesem Personenkreis und sind bei Problemen mit Hornissen die falsche Anlaufstelle.

Hornissen sind Jäger. Für ihren Nachwuchs benötigen sie eiweißreiche Kost. Anders als Bienen sammeln sie hierzu keinen Pollen, sondern sie erbeuten andere Insekten. Sowohl Wespen, Bienen als auch Mücken aber auch Maden und Larven stehen hier auf dem Speiseplan. Die Hornissen sind dabei eindrucksvolle Jagdspezialisten, die ausgeklügelte Jagdtechniken verwenden. Sie verstecken sich, bis sich ein Beutetier nähert, um dann blitzschnell zuzuschlagen. Aber auch wilde Verfolgungsjagden und gezielte Angriffe auf Bienen- und Wespenvölker sind zu beobachten. Manchmal arbeiten die Hornissen sogar im Team zusammen und jagen ähnlich wie ein Rudel Wölfe. Ein vollentwickeltes Hornissenvolk verbraucht pro Tag bis zu einem halbem Kilogramm an Insekten. Der erwachsenen Flugtiere benötigen so wie auch die Bienen jedoch eine stark zuckerhaltige Nahrung, um den nötigen Energiebedarf zu decken. Hornissen sammeln jedoch keinen Nektar. Sie ernähren sich von Pflanzensäften, die sie durch Anknabbern von Ästen und Stängeln zu sich nehmen oder aber auch von Fruchtfleisch verschiedener süßer Früchte.

Der Lebenszyklus eines Hornissenvolkes beginnt im späten Sommer, wenn in einem Nest die neuen jungen Königinnen und die männlichen Drohnen herangezogen werden. Bereits im August vollzieht sich dieser Wechsel in der Anzucht neuer Tiere im Volk. Sobald die Brut für die fertilen Insekten gelegt ist, stirbt die alte Königin und nach und nach die letzten Arbeiterinnen, die sich um die Anzucht der letzten Brut kümmern. Nach dem Schlupf der Jungköniginnen und Drohnen beginnt die Paarungszeit, in der die zukünftigen Hornissenköniginnen begattet werden. Die Drohnen sterben nach der Paarung. Die nun begatteten Königinnen überwintern nun an einem frostgeschützen Ort. Im nächsten Frühling, wenn die Temperaturen warm genug sind, erwachen sie aus ihrer Winterstarre und beginnen damit einen geeigneten Ort für ihr Nest zu finden. Dabei schauen sie nach potenziellen Nahrungsquellen (Insektenangebot und deren Flugbahnen sowie Pflanzen, an denen Pflanzensäfte und Frutchfleisch geholt werden können), Angebot von Baumaterial (morsches Holz) und Wasserquellen. Die jungen Königinnen können bis zu 6 Wochen mit dieser Analyse ihrer Umwelt verbringen, bis sie einen geeigneten Standort für Ihr Nest gefunden haben. Zumeist im Monat Mai beginnt die Königin, ihr Nest zu bauen, wo sie schnell die ersten Eier in die Wabenzellen legt. Das Nest bauen die Insekten aus einem papierähnlichen Stoff, den sie aus morschem Holz und ihrem eigenen Speichel produzieren. In der Anfangszeit muss sich die Königin ganz allein darum kümmern genügend Nahrung für die jungen Larven heranzuschaffen, die Brut zu wärmen und ihren eigenen Energiebedarf zu decken. Erst wenn die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, kümmert sich die Königin fortan nur noch um das Eierlegen und Brutwärmen. Die Arbeiterinnen übernehmen die Aufgaben der Nahrungsbeschaffung und des Nestausbaus. Ein Hornissenvolk kann im Laufe des Jahres auf eine Größe von bis zu 500 Tieren heranwachsen. In der Regel werden sie aber nicht größer als 100 Individuen pro Volk.  Diese Entwicklung hat ihren Höhepunkt im späten Sommer. Von hier an wiederholt sich der Zyklus jedes Jahr wieder.

Seit Sommer 2019 bin ich als Fachberater für Hornissenschutz tätig. Gerne könnt Ihr Euch mit Fragen oder Problemen zum Thema Hornissen an mich wenden. Ich unterstütze gerne. Mehr dazu unter: www.Vespacrabro-NWM.de

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com

Still ist es geworden

Ihr habt es vielleicht gemerkt: der letzte Monat war ziemlich ruhig, was die Montagsartikel hier im Blog angeht. Heute möchte ich euch den Grund dafür mitteilen. Im Stillen habe ich mich an 2 weiteren Projekten ausgelassen, die meine Zeit vollends in Anspruch genommen haben.

Zum einen habe ich mein Buchmanuskript fertiggestellt. Unter dem Arbeitstitel „Berauschende Bienen – Mythologie, Folklore & psychoaktiver Honig“ habe ich meine Erkenntnisse der letzten Jahre in ein Buch geformt. Diese Buchidee geisterte nun schon seit fast 7 Jahren in mir herum und wurde immer wieder auf Eis gelegt, neu konzipiert und hinten angestellt. Die letzten Wochen hatte ich dann Zeit und Inspiration das Manuskript zu vollenden. Aktuell bin ich im Gespräch mit verschiedenen Verlagen, die Interesse haben, mein Buch zu verlegen. Dazu in Kürze mehr. Diese Schreibtätigkeit hat mich so in Anspruch genommen, dass ich hier keinerlei Kapazität mehr für die regelmäßigen Blogartikel hatte.

Ein weiteres Projekt, dem ich mich angenommen habe, ist der Hornissenschutz. Da ich als Imker häufig wegen Wespen und Hornissen um Rat gefragt werde und ich die gelben Tierchen auch sehr faszinierend finde, habe ich mich zum Fachberater für Hornissenschutz weiterbilden lassen. Im nächsten Jahr folgt noch der praktische Teil, wo ich das richtige Umsiedeln von Hornissennestern erlerne. So bin ich nun auch in diesem Bereich tätig und unterstütze gerne bei Fragen oder Problemen mit den Tieren. Hierzu arbeite ich mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg zusammen. Leider ist es aufgrund der politischen Grenzen nicht möglich, dass ich in einem anderen Landkreis tätig sein kann… Wer aber in Nordwestmecklenburg ein Wespen oder Hornissennest entdeckt, der darf sich gerne bei mir melden.

 

Ab der nächsten Woche geht es dann auch mit den regelmäßigen Artikeln weiter. Freut euch schon mal auf einen Artikel über Hornissen.

Essbare Bienenweide

Wer den Bienen und anderen bestäubenden Insekten etwas gutes tun möchte, der trifft recht schnell auf die Idee, eine Bienenweide anzulegen. Eine Bienenweide ist ein blühendes Meer aus verschiedenen Pflanzen, die für die Insekten Netkar und Pollen bereithalten. Große Kräuterwiesen sind hier das Sinnbild für die gelungene Bienenweide. Gartenbesitzer, die viel Fläche zur Verfügung haben, können solch eine ausgedehnte Bienenweide in einer ungenutzen Ecke des Gartens Anlegen und so etwas gutes für die fleißigen Tierchen tun. Bei einer entsprechenden Auswahl an an den Standort angepassten Pflanzen samen sich die Blumen von selbst aus und die Bienenweide erblüht Jahr für Jahr ohne großen Aufwand von ganz alleine.

So schön so eine große Blütenwiese ist, so ist sie leider auch nicht für jeden eine realisierbare Aktion. Wer einen sehr kleinen Garten hat, der kann vielleicht nicht unbedingt einen Teil entbehren, der groß genug ist, um eine solche Blütenweide gedeihen zu lassen. Manch anderer hat gar keinen Garten und nur einen kleinen Balkon. Und wieder andere haben nur ihre Fensterbänke zur Verfügung. Das Schöne ist, man kann auch auf so begrenztem Platz etwas gutes für die Bienen tun und muss dabei nichteinmal den Platz vollständig entbehren. Mit der richtigen Auswahl an Pflanzen haben nämlich nicht nur die Bienen etwas von den floralen Mitbewohnern.

Eine Biene in der Blüte von Schnittlauch.

Viele unserer Küchenkräuter sind ganz hervorragende Bienenfutterspender. Wer sich also seinen eigenen kleinen Kräutergarten anlegt, der hat nicht nur frisches Grün für die Küche sondern tut auch gleichzeitig was für die Bienen. Hierfür genügt bereits ein kleiner Blumenkasten am Fensterbrett.

Oregano ist nicht nur ein beliebtes Gewürz für Pizza und andere italienische Gerichte, die kleinen hell lila farbenen Blüten werden gerne von den Bienen besucht. Da der Oregano recht spät im Jahr blüht, wenn die Bienen anderswo kaum noch Nahrung finden, ist dies eine besonders tolle Bienenweide. Hier finden die kleinen tiere sehr viel Nektar und einen hellgelben Pollen. Auch Schmetterlinge sind oft zu Gast am blühenden Oreganobuffet.

Auch der Schnittlauch, der frisch geerntet in keinem Rührei fehlen darf, lockt mit seinen für Zwiebelgewächse typsichen Blüten zahlreiche Bienen an. Seine Blüten sind beretis im Frühjahr zu sehen. Sie können aber auch noch weit bis in den Sommer hinein immer wieder neu kommen. Schnittlauch gibt sowohl Nektar als auch Pollen. Besonders beliebt ist er auch bei Wildbienen und Schmetterlingen.

Als drittes Kraut in dieser Runde ist der Bailikum zu erwähnen. Geeignet für Pasta und mediterane Speisen, locken auch seine zarten Blüten ein Heer von fleißigen Bienen heran. Auch diese Pflanze blüht spät im Sommer und ist so noch eine gerne gesehene Nahrung vor dem nahenden Herbst und der Winterruhe der Bienen. Hier können die Bienen nocheinmal reichlich Nektar auftanken. Pollen gibt es am Basilikum dafür nur kaum für die Bienen.

Springkraut

Bei Kindern äußerst beliebt sind die nun im späten Sommer reifen Samenkapslen der Springkräuter. Bei jeder leichten Berührung explodieren die kleinen grünen Früchte und schleudern so ihre Samen bis zu mehrere Meter weit durch du Luft. Dieses spannende Schauspiel ist eine zumindest bei unseren einheimischen Pflanzen ungewohnte Strategie zur Ausbreitung. Die meisten Springkräuter finden sich in Afrika, Asien und Nordamerika. Einige von ihnen sind aus Asien als Zierpflanzen nach Europa gekommen und kommen nun als Neophyten bei uns vor.

Die eindrucksvolle Blüte des Indischen Springkrautes (Impatiens glandullifera)

Mittlerweile haben sich zwei Springkrautarten fest bei uns eingebürgert: das Indische Sprinkgraut (Impatiens glandullifera) und das Kleine Springkraut (Impatiens parviflora). Diese schnell wachsenden Arten besiedeln die Lücken in unserer Vegetation. Neben den neu eingewanderten Arten gibt es bei uns noch das Große Springkraut (Impatiens noli-tangere), welches die einizge ursprünglich einheimische Springkraut Art war.

Viele vermeintliche Naturschützer sehen in den eingewanderten Springkräuter und generell in Neophyten eine Gefahr für unsere einheimische Natur. Die Sorge um die Gefährdung unseres Ökosystems durch invasive Arten ist groß. So wird die Bekämpfung neuer Arten propagiert und vollzogen. Ausrottung von Pflanzen für den Naturschutz…

Klein und gelb sind die Blüten des kleinen Springkrautes

Diese Sorge um störende Neulinge in unserer Pflanzenwelt ist jedoch ziemlich kurzsichtig und lässt die vielen positiven Aspekte der zugewanderten Pflanzen ungeachtet. Erdgeschichtlich gesehen befinden wir uns in Nordeuropa noch inmitten einer Wiederbesiedelgunszeit nach einer Eiszeit. Während der letzten Eiszeit sind nahezu alle Pflanzenarten in Nordeuropa augestorben. Mit dem Rückgang des Eises und dem immer wärmer werdenen Klima kamen nun Pflanzen, die in wärmeren Erdteilen überlebt haben, zurück und fingen an den neuen Lebensraum zu besiedeln. Dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Im Verlgeich zu Ergebieten, in denen die letzt Eiszeit viel länger zurück liegt, sind wir hier noch extrem arm an Artenreichtum. Die Ausbreitung von imme mehr Neophyten in unserer einheimischen Flora ist also ein völlig natürlicher Prozess.

Die reifen Kapselfrüchte warten auf eine Berührung…

In unserem Ökosystem übernehem die Springkräuter zudem eine wichtige Rolle. Als spät blühende Nektar und Pollenspender sind sie eine willkommene Nahrungsquelle für Honigbienen und andere Insekten, die sonst zum Ende des Sommers kaum noch große Blütentrachten finden. Die üppig blühenden Springkräuter bilden nun noch eine weitere große Trachtquelle am Ende des Bienenjahres.

Bienen, Hummlen & andere Insekten lieben die pollen- und nektarreichen Blüten

Auch für uns Menschen ist das Springkraut ein liebsamer Energiespender im Sommer. Während die meisten anderen Pflanzen ihre Zeit schon hinter sich haben, sprießt das Springkraut auch im späten Sommer noch mit frischem und zartem Grün aus der Erde. So eine leichte und liebliche Pflanzenkraft finden wir sonst nur in den Frühlingskräutern. Die Blätter des kleinen Springkrautes sind essbar und so ein willkommener Wildkräuterschatz. Auch die Samenkapslen und die Samen sowohl vom Indischen als auch vom Kleinen Springkraut sind essbar. Die ölhaltigen Samen haben einen nussigen, teilweise scharfen Geschmack und eignen sich daher hervorragend als Gewürz. Die aufgeplatzten Kapselfrüchte schmecken ähnlich wie Sprossen und machen sich gut im Salat. Die imposanten Blüten des Indischen Springkrautes machen sich auch gut als essbaere Salatdeko. Auch können sie mit Zucker zu einem köstlichen Gelee eingekocht werden.

Das Kleine Springkraut ist eine Schattenpflanze. In der Sonne lässt es die Blätter runterhängen.

Auch in der Pflanzenheilkunde kann das Springkraut einen Platz ergattern. In unserer traditionellen Pflanzenheilkunde wird es natürlich nicht erwähnt, ein Blick in die Uprsprungsgebiete des Krautes zeigt jedoch, dass die Blätter des Indischen Sprinkrautes dort als harntreibender Tee aufgebrüht werden.

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com

Johanniskrautöl

Eine heilkräftige Pflanze welche zu Beginn des Sommers zu blühen beginnt, ist das Johanniskraut. Die zarten Pflänzlein mit ihren zahlreichen gelben Blüten zieren nun meist in großer Anzahl die Wiesen und Wegesränder. Jetzt ist auch die beste Zeit, diese Heilpflanze zu sammeln. Mit einer Schere, einem Messer oder einer Sichel können die Pflanzenstängel samt Blüten und Blättern abgeschnitten werden. Am besten sammletn man das oberste Drittel der Pflanzen. Hier finden sich die meisten Blätter und die gelben Blüten. Zudem sind die Pflanzenstängel weiter oben niht mehr so stark und leichter zu durchtrennen. Die einzelnen Stängel können zu einem Bund zusammengebunden und dann zum Trocknen aufgehangen werden. Getrocknet kann das Kraut nun als Tee aufgebrüht werden.

Am bekanntesten ist das Johanniskraut in der Pflanzenheilkunde für seine stimmungsaufhellende und leicht antidepressive Wirkung. Ein Tee oder andere Zubereitungen aus dem blühenden Kraut wirken nachweislich bei leichten Depressionen. Im Fachhandel gibt es mittlerweile diverse Fertigpräperate aus dem Kraut, die einfach zu dosieren sind und ohne großen Aufwand eingenommen werden können. Eine ebenso gute Wirkung hat jedoch auch der stets frisch aufgebrühte Tee. Das Ritual der Teezubereitung und des anschließenden Trinkens gibt der Heilwirkung des Krautes noch eine ganzheitliche Ergänzung.

Viele weitere Wirkungen des Johannskrauts finden sich in der äußerlichen Anwendung. Hierzu wird aus den Blüten ein Öl hergestellt. Man kann das fertige Öl im Fachhandel kaufen. Man kann es sich aber ebenso ganz einfach selber herstellen. Hierzu benötigt man die frischen Pflanzenblüten. Diese werden in ein Pflanzenöl eingelegt, bis sich die Wirkstoffe aus den Blüten im Öl herausgelöst haben. Genutzt werden kann hierzu eigentlich jedes Pflanzenöl, ganz nach belieben. Ich selber nutze gerne Distelöl als Grundlage fpr meine Ölauszüge. Distelöl ist reich an Vitamin E, welches der Haut wohltut. Zudem ist es fast durchsichtig und geschmacks und geruchsneutral. Die eingelgeten Pflanzen können so also ihr eigenes Aroma besonders gut entfalten, ohne das Geruch oder Geschmack des Öls diese überlagert.

Die frischen Johanniskrautblüten werden in ein Gefäß gefüllt und mit Öl aufgefüllt. Nun wird das Gefäß verschlossen und für ca. 4 Wochen stehen gelassen. Das Öl verfärbt sich mit der Zeit rot. Hierfür verantwortlich sit der Wirkstoff Hypericin, der sich in den gelben Blütenblättern befindet und dem Johanniskraut seine Hautpwirkung verleiht. Manchmal findet man Johannsikrautöl auch unter dem Namen Rotöl im handel. Wenn das Mazerat lange genug gezogen ist, kann das Öl mit den Blüten durch ein Sieb abgegossen werden. Das jetzt fertige Heilfplanzenöl sollte nun lichtgeschützt gelagert werden. Hierzu eignen sich die Braunglasflaschen, welche in der Apotheke Verwendung finden sehr gut.

Das Johanniskrautöl wird äußerlich genutzt bei Sonnenbrand und leichten Verbrennungen. Eine Einreibung der entsprechenden Stellen mit dem Öl wirkt kühlend und lindert den Schmerz. Zudem unterstützt es die Heilungskräfte der Haut. Aber auch bei Quetschungen, Prellungen, Verstauchungen und kleinen Wunden ist die schmerzstilende Wirkung des Öls ein guter Helfer. Des Weiteren beugt Johanniskrautöl der Narbenbildung vor. Die verwundeten Stellen sollten während der Heilung dazu regelmäßig mit dem Öl eingerieben werden. Aber auch ältere Narben können mit dem Rotöl behandelt werden, um weicher zu werden.

Bei der Verwendung von Johanniskraut egal ob innerlich oder äußerlich, sollte man jedoch bedenken, dass das Hypericin die Haut lichtempfindlich macht. Wer sich also mit Johannsikrautöl eingerieben hat oder regelmäßig den Tee oder andere Zubereitungen aus dem Kraut zu sich nimmt, der sollte die direkte und ungeschützte Sonne auf seiner Haut meiden, da es sonst sehr schnell zu Sonnenbrand kommen kann. Die gesteigerte Emfpindlichkeit der Haut gegenüber Licht, kann aber vor allem im Winter an den langen und dunklen Tagen helfen einen hellen Gemütszustand zu bewahren.

Das Johanniskrautöl kann auch in der Küche verwendet werden. Das feine Aroma gibt dem Essen eine sommerliche Note. In Dressings für Salate oder in anderen kalten Zubereitungen kann man so die Heilwirkung des Johanniskrautes mit einer leckeren Speise vereinen.

Erkennen tut man das Johanniskraut (Hypericum perforatum, auch Tüpfeljohanniskraut gennant) an seinen Blüten. Die gelben Blüten enthalten kleine rote Tüpfel, die man lecht erkennen kann, wenn man die Blütenblätter in die Sonne hält. Auch beim Zerreiben der gelben Blätter erkennt man die Heilkraft. Aus den Blütenblättern tritt dann ein roter Farbstoff aus, der die Finger verfärbt. In diesem roten Farbstoff liegt die Heilkraft des Johanniskrautes.


Heilkräuter Ernte & Smudge Sticks binden

Die Zeit um die Sommersonnenwende ist traditionell die Zeit, in der die Menschen ihre Heil- und Räucherkräuter sammelten. Auch ich habe mich aufgemacht, um ein paar frische Heilkräuter zu sammeln und Material für die Herstellung von Räucherbündeln zusammen zu tragen. Auf einer sonnenreichen Pferdekoppel fand ich ein Blütenmeer von Rainfarn, Johanniskraut, Schafgarbe und Königskerze. In meinem Kräuterbeet habe ich noch Chinesisches Moxa, Lavendel, Wacholder und Steppenbeifuß gesammelt. Anschließend habe ich die Heilkräuter zu bündeln gebunden und zum Trocknen aufgehangen. Aus den restlichen Pflanzenteilen habe ich Smudge Sticks gebunden. Diese lagern nun auch bis sie getrocknet sind. Bald können sie dann in Räucheritualen verräuchert werden.

Die Räucherbündel, die ich heute hergestellt habe, bestehen teilweise aus mehreren verschiedenen Pflanzen. Folgende Mischungen habe ich verwendet:

Johanniskraut, Schafgarbe, Königskerze & Lavendel

Steppenbeifuß und Wachholder

Außerdem habe ich noch Smudge Sticks aus purem Moxa sowie Bündel aus reinem Steppenbeifuß gemacht.

Von der Ernte bis zu den fertigen Smudg Sticks habe ich meinen Tag in einem Video festgehalten. In der aktuellen Episode meiner Videoserie „Being Barefoot“ gibt es die Impressionen nun zu sehen.