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Smudge Sticks sind Bündel aus getrockneten Kräutern, die zum Verräuchern einfach an einem Ende angezündet werden und dann langsam verglimmen. Bekannt sind vor allem die Smudge Sticks der nordamerikanischen Indianerkulturen, die dort in ritueller Weise gesammelt, gebunden und verräuchert werden. Typische Pflanzen für diese Smudge Sticks sind Steppenbeifuß (im Englischen „prairie sage“, daher fälschlicherweise oft als „Salbei“ im Deutschen übersetzt), weißer Salbei, Zeder und Wachholder. Aber auch in anderen Kulturen war das Verräuchern von getrockneten Pflanzenbündeln nicht fremd. So hat sich beispielsweise in Süddeutschland das Binden von sogenannten „Kräuterbuschen“ bis heute gehalten. Auch hierfür werden einheimische Räucherkräuter, oft viele verschiedene, zu einem großen Bündel zusammengebunden und dann getrocknet. Mit diesen Kräuterbuschen wurde dann an wichtigen Tagen im Jahreskreis das Haus und der Hof ausgeräuchert. Typische Pflanzen für die Kräuterbuschen sind Beifuß, Schafgarbe, Königskerze und Rainfarn. Man merkt gleich, dass die Verwendung von einheimischem Beifuß auch hier oftmals die Grundlage der Räuchermischung bildet. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass Beifuß die älteste von den Menschen genutzte Räucherpflanze ist (seit der Altsteinzeit) und dieser in verschiedenen Arten fast weltweit vorkommt. Und überall, wo Beifuß wächst, wird er daher auch traditionell zum Räuchern verwendet.

Steppenbeifuß

Grundsätzlich lassen sich aus fast allen Pflanzen Smudge Sticks herstellen. Wichtig zu beachten ist hierbei nur, dass es Pflanzen gibt, die alleine sehr schlecht abglimmen und somit pur als Räucherbündel weniger geeignet sind. Zusammen mit Kräutern, die gut abglimmen, lassen sich aber auch mit diesen Pflanzen hervorragende Bündel fabrizieren. Fast alle Beifuß- und Salbeiarten gehören in die Kategorie der sehr gut abglimmenden Kräuter. Diese lassen sich daher wunderbar allein verarbeiten oder dienen als Grundlage für die Kombination mit den weniger gut glühenden Kräuter. Zu diesen zählen beispielsweise der Wachholder, Zeder und Schafgarbe. In indianischen Kulturen werden daher gerne Steppenbeifuß (artemisia tridentata) oder weißer Salbei (salvia apiana) mit Westamerikanischem Wachholder (juniperus occidentalis) oder der Weihrauchzeder (calocedrus decurrens) kombiniert. Es eignen sich aber auch unser einheimischer Beifuß (artemisia vulgaris) und der Küchensalbei (salvia ofiicinalis) als regionale Gegenstücke in Kombination mit dem hier wachsenden Heidewachholder (juniperus communis). Bei der Herstellung darf gerne mit den verschiedensten Kräutern experimentiert werden. So lassen sich ganz individuelle Räucherbündel herstellen.

Smudge Sticks mit Beifuß, Salbei und Wachholder haben vor allem eine reinigende und beschützende Wirkung. Beifuß schützt vor negativen Energien und öffnet den Geist, Salbei klärt, segnet und reinigt. Wachholder wird häufig zum Schutz und Abwehr verräuchert. Solche Räucherbündel eignen sich daher wunderbar als Begleitung für Rituale und energetische Hausreinigungen.


Nachfolgend gibt es nun eine kurze Anleitung, wie solche Räucherbündel ganz einfach selbst hergestellt werden können. Bei den indianischen Kulturen wird auch dem richtigen Erntezeitpunkt und der rituellen Herstellung ein großer Stellenwert beigeordnet. Es macht durchaus Sinn, sich für sich selbst ebenfalls bereits bei der Ernte und Verarbeitung gedanklich auf die geplante Verwendung der Smudge Sticks einzustimmen und die Kräuter mit Achtsamkeit und Respekt zu behandeln.

Es wird benötigt:

frisches Pflanzenmaterial,lange Stücke

etwas Naturgarn (Hanf, Baumwolle, etc., kein Plastik!)

eine Schere

 

Chinesisches Moxakraut

Zunächst werden die Pflanzenteile auf die gewünschte Länge geschnitten (länge der Smudge Sticks, je nach Belieben  8 cm – 20 cm). In diesem Beispiel verwende ich das chinesische Moxakraut (artemisia princeps), ebenfalls eine Beifußart, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Moxibustion verwendet wird. Zussammen mit dem Indischen Moxa (artemisia vulgaris var. indicia) und Amerikanischen Moxa (artemisia douglasiana) gehört es zu den aromatischten Beifußarten.

Anschließend nimmt man je nach gewünschter Dicke der fertigen Räucherbündel und je nach verwendeter Pflanzenart etwa 4-8 Stängel in die Hand. Vorsichtig werden die Blätter alle in eine Richtung gebracht.

Als Weiteres befestigt man ein Ende des Naturgarns am unteren Ende der Stängel und wickelt dieses ganz fest um die Kräuterstängel herum. Wichtig ist es hierbei, das Garn so fest wie möglich zu wickeln, da die Kräuter beim Trocknen stark schrumpfen und das Garn sonst locker wird. So bahnt man sich nun den Weg bis zum oberen Ende der Kräuter, lässt jedoch die letzten Zentimeter aus, wenn man merkt, dass das Bündel dünner wird. Genau gleich geht es wieder zurück. Es empfiehlt sich ein Abstand zwischen den  Bahnen von ca. 0,5 – 1 cm. Unten angekommen verkonotet man das zweite Ende ebenfalls.

Nun werden die oben herausstehenden Pflanzenteile abgeschnitten. Dies ist wichtig, da dieser Teil sonst beim verräuchern nicht gehalten wird und die glühenden Teile in alle Richtungen umherfliegen. Das abgeschnittene Material kann ebenfalls getrocknet und zum Räuchern auf Räucherkohlen genutzt werden. So wird nichts verschwendet.

Jetzt ist der Smudge Stick fast fertig. Es fehlt nur noch eine ausreichende Trocknungsphase. Hierzu die Räuch-erbündel an einen warmen und trocknen Ort legen oder hängen. Beispielsweise auf der Heizung. Die Trockung dauert je nach Dicke der Räucherbündel 4 – 8 Wochen. Dann sind die Smudge Sticks fertig und können verräuchert werden.

Wer den Pflanzen, von denen er geerntet hat, seinen Respekt und seine Dankbarkeit ausdrücken möchte, kann dies mit einem kleinen Dankbarkeitsritual tun.

Text: Fabian Kalis

Bilder: Vanessa Michels (www.vanessa-michels.de)

 

Waldgeflüster

Majestätisch ragt´s vor mir empor:

Baum um Baum steht erdverbunden.

Einen hat mein Blick gefunden,

welcher erst im Felde sich verlor.

 

Ast um Ast verbindet dieser Baum

Erdenreich und fremde Welten,

jene, die als fern uns gelten.

Sie ganz zu ergründen bleibt ein Traum.

 

Und doch sinnt der Geist beim Wandern,

wenn er diesen Welten lauscht,

welche ungeahnten Träume

hier der Wind im Stillen rauscht.

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com

An den Bäumen reifen die Früchte, das erste Laub fällt verfärbt zu Boden und die Temperaturen sinken insbesondere Nachts schon auf empfindliche Tiefen. Die Natur zeigt es uns ganz eindeutig: der Herbst ist da. Der Herbst war für unsere Vorfahren schon immer auch eine zweischneidige Zeit. Auf der einen Seite ist der Herbst Erntezeit, eine Zeit der Fülle und des Überflusses. Erntefeste drückten die große Dankbarkeit für diesen Reichtum aus. Auf der anderen Seite verkündet der Herbst aber auch den nahenden Winter, die Zeit in der es in der Naur ruht und man von dem Leben muss, was über Frühjahr, Sommer und Herbst eingetragen wurde. So ist der Herbst auch immer eine Schwellenzeit, eine Zeit des Übergangs in das Ungewisse. Reicht die Ernte, um über den Winter zu kommen? Ist genug Holz zum heizen da? Wie viel vom Nutzvieh wird über den Winter gebracht? Ist auch für die Tiere genug Futter da? Diese Fragen sind in unserer modernen Zeit für viele Menschen natürlich nicht mehr so präsent. Dennoch ist der Herbst auch für die Menschen von heute eine Zeit des Umbruches. Die Erfahrungen unserer Vorfahren haben uns als Menschen geprägt und sind immer noch Teil unserer Empfundungen.

So eignet sich der Herbstbeginn, der kalendarisch auf die Herbst Tagundnachtgleiche fällt, wunderbar, um auch auf geistiger Ebene innezuhalten und auf den Winter vorzubereiten. Der Herbst bietet uns gute Gelegenheit auf das Jahr zurückzuschauen und alle die Dinge in Erinnerung zu rufen, für die wir dankbar sind. Ebenso ist es aber auch an der Zeit loszulassen. Alte Gewohnheiten, die uns nicht gut tun, oder andere belastende Gedanken und Dinge, die wir nicht mit in die Zeit der Einkehr im Winter mit hinein nehmen wollen, dürfen nun losgelassen werden.

Genau dieses Thema ist auch der Schwerpunkt der nächsten Räuchermeditation am 21.09.2018. Zu passender Musik werden herbstliche Düfte unser Inneres auf eine Reise mitnehmen. So eine Räuchermeditaion ist eine wunderbare Gelegenheit diese herbstliche Dankbarkeit zuzulassen und altes abzustreifen. Es sind noch Plätze frei. Als besonderen Anreiz kostet die Teilnahme für diese Räuchermeditaion nur 5 € pro Person.

Zum Ende des Sommers verkünden die reifenden Holunderbeeren den nahenden Herbst. Im Phänologischen Kalender, der das Jahr in 10 Jahreszeiten teilt, die jeweils mit bestimmten Naturereignissen beginnen, ist die Reife der schwarzen Holunderbeeren der Beginn des Frühherbstes, der ersten der drei herbstlichen Jahreszeiten. Schon lange haben die Menschen die nahrhaften und gesunden Beeren gesammelt und verarbeitet und sich so die positiven Eigenschaften der Holunderbeeren zu Nutze gemacht. In der Volksmedizin spielte der Holunder, insbesondere die Blüten und die Beeren, schon immer eine große Rolle. Doch nicht nur die Heilkräfte machen den Hollerstrauch zu einem lohnenden Schatz auch kulinarisch bieten die Holunderbeeren viele leckere Möglichkeiten.

Egal ob man die Holunderbeeren nun heilkundlich oder kulinarisch anwenden möchte, wichtig zu wissen ist, dass die Beeren im rohen Zustand leicht giftig sind. Sie enthalten den Wirkstoff Sambunigrin, der in größeren Mengen aufgenommen zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Am höchsten ist der Gehalt in den noch nicht ausgereiften Früchten, aber auch die schwarzen reifen Beeren entahlten geringe Mengen an Sambunigrin. Dieser Stoff wird jedoch beim Erhitzen zerstört. Aus diesem Grund werden die Holunderbeeren in der Regel ausgekocht. Der so entstehende Saft, der in manchen Gegenden auch Fliederbeersaft genannt wird (nicht zu verwechseln mit dem echten Flieder!), ist dann Grundalge für die weiteren Anwendungen und Rezepte. Der Saft hat einen recht herben Geschmack und wird daher in der Regel mit Honig, Sirup oder Zucker gesüßt. Wenn der Saft im heißen Zustand in geignete Gefäße abgefüllt wird, ist er verschlossen viele Monate haltbar. So kann die kostbare Medizin bis in den Winter hinein gelagert werden.

Fliederbeersaft wirkt schweißtreibend, antibakteriell, antiviral, antimykotisch, antibiotisch, immunstärkend und aufbauend. Daher wird er in der Volksheilkunde gerne bei Erkältungskrankheiten, grippalen Infekten oder der echten Grippe angewandt. Aber auch bei Masern und anderen Viruserkrankungen galt der Holunderbeersaft als wirksames Heilmittel. Durch seine schweißtreibende Wirkung unterstützt der Holunder die körpereigenen Abwehrkräfte und hilft die Krankheiten auszuschwitzen. So eignet sich der Saft auch zur Unterstüzung bei Schiwtzbädern und Schwitzkuren. Besonders in der kalten Jahreszeit war der Holunderbeersaft ein geschätztes Mittel, das die Krankheiten des kalten Winters mit wohliger Wärme behandelt. Der rohe, unheritzte Saft von frisch ausgepressten Beeren gilt äußerlich angewendet zudem als Heilmittel bei Neuralgien, Gürtelrose und Herpes.

Auch in der Küche lässt sich der Fliederbeersat verwenden. Der Saft ist reich an Provitamin A und verschiedenen B Vitaminen. Er enthält duchscnittlich etwa 48 kcal, 2,5 g Eiweis und 0,5 g Fett pro 100g. Ein Rezept, welches besonders in Norddeutschland und Dänemark ein lange Traditzion hat ist die Holunderbeersuppe. Für diese Suppe kocht man den gesüßten Fliederbeersaft und würzt ihn mit Gewürznelke und Zimt. Gerne werden auch noch ein wenig geriebener Apfel und kleine Birnenstückchen mit hinein gegeben. Diese Suppe wird mit etwas Mehl angedickt. Dazu werden Mehlklöße oder Grießklöße serviert. Fliederbeersuppe mit Klößen ist ein wärmendes Gericht, welches besonders an kalten Wintertagen ein wahrhafter Genuss ist. Der Fliederbeersaft kann außerdem zu fruchtigen Brotaufstrichen verarbeitet werden. Entweder als Zugabe etwa mit Erdbeere oder Himbeere, aber auch einzeln als pure Holundermarmelade.

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com

 

Tolle Gewinnspielaktion vom 24.07.2018 – 31.07.2018.

Wir schenken dem Gewinner der Aktion die Teilnahme am Seminar „Das Geheimnis der Bäume“ am Sa. 11.08.2018.

Also schnell mitmachen und mit etwas Glück gratis Seminarteilnahme gewinnen.

Einfach eine Email mit dem Betreff „Gewinnspiel“ an kontakt@naturerlebnis-kalis.de oder eine SMS mit dem Wort „Gewinnspiel“ an 01522 6969189 schicken, schon machst du mit. Wahlweise kannst du die Nachricht auch über das Kontaktformular schicken.

Der Gewinner wird nach Ende der Aktion per Zufall entschieden und per Email oder SMS benachrichtigt. Teilnehmen kann jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewonnen werden kann 1 x die kostenlose Teilnahme am Seminar „Das Geheimnis der Bäume“ am Sa. 11.08.2018. An- und Abreise sowie Unterkunftskosten sind durch den Teilnehmer selbst zu bezahlen und nicht Teil des Gewinns. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Es gelten die regulären Teilnahmebedingungen für das Seminar. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel werden unsere AGB und Datenschutzhinweise akzeptiert, einzusehen unter www.Naturerlebnis-Kalis.de. Ebenso stimmst du mit der Teilnahme zu, dass wir dich über die von dir angegebene Email Adresse oder Handynummer kontaktieren dürfen um eine Gewinnbenachrichtigung zu übermitteln.

Die Linde, ein Baum mit herzförmigen Blättern, ist häufig in Parkanlagen und auf alten Höfen und Dorfplätzen anzutreffen. Majestetisch ragt sie weit in den Himmel und die vielen jungen Triebe rund um den Stamm zeugen von einer starken Vitalität. Linden können bis zu 1000 Jahre alt und bis zu 40 Meter hoch werden. Früher gab es in vielen Dörfern im Zentrum die sogenannte Dorflinde. Dies war ein Platz für Versammlungen, Verhandlungen, Hochzeiten und Dorffeste. Die zarten Blätter sind essbar und ergeben vor allem im Frühjahr ein leckeres und mildes Wildgemüse. Sie können sowohl als Salat als auch wie Spinat zubereitet werden. Im Sommer zur Zeit der Blüte ertönt aus den Linden ein unüberhörbares Summen. Bienen, Hummeln und andere Insekten tummeln sich zu tausenden im reichhaltigen Nektarangebot der Linden. Die Linden sind in dieser Hinsicht glech doppelt atraktiv: nicht nur die Lindenblüten spenden eine süße Mahlzeit für die Insekten. Gleichzeitig mit der Lindenblüte erreicht auch die Population an Läusen, welche sich von den Pflanzensäften der Linde ernähren und den süßen Honigtau ausscheiden ihren Höhepunkt. Dieser Honigtau wird von den zuckerliebenden Insekten gleichermaßen gern gesammelt. Der Honigtau sorgt aber vor allem bei Autobesitzern zuweilen für Frust und Ärger. Wer sein Auto im Sommer unter einer Linde parkt, der hat schnell eine klebrige Schicht auf seinem Auto, an der Blütenstaub, Sand und Dreck kleben bleiben. Für die Bienen und Hongliebhaber ist der Honigtau jedoch ein Segen. Der bekannte Lindenhonig ist nämlich zumeist das Produkt sowohl aus dem Blütennektar als auch dem Honigtau. Lindenhonig hat eine dunkle, braune Färbung und ein würziges & intensives Aroma, das eine leichte Minznote hat.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden vor allem die Lindenblüten genutzt. Die getrockneten Blüten werden als Tee zubereitet und bei Erkältungskrankheiten, Fieber und Schmerzen angewendet. Auch dem Lindenhonig werden diese Wirkungen zugeschrieben. Blüten und Honig haben zudem auch eine beruhigende Wirkung. In der anthroposophischen Medizin verkörpert der Lindenhonig in sich die strahlende Sonnenenergie des Sommers mit seinen summenden und lebendigen Linden. Die wärmende und lebensfrohe Energie des Sommers, die im Lindenhonig gebunden ist, vertreibt so die feuchten und kalten krankmachenden Einflüsse in Körper und Geist.

Der Linde verdanken wir auch einige Wörter in der deutschen Sprache. Der Ausdruck „Schmerzen lindern“, geht zum Beispiel auf die schmerzstillende Wirkung der Lindenblüten zurück. Lind als Adjektiv hat die Bedeutung „weich, sanft, behutsam, schonend, mild“. Verwendet wird es heute vor allem in der Redewendung „gelinde gesagt“ um unangenehme Tatsachen schonend auszudrücken. Auch bei der Beschreibung von Strafen und Gerichtsurteilen nutzen wir zuweilen noch die Ausdrücke „eine lindes Urteil“ oder eine „gelinde Strafe“. Dies geht auf die Tatsache zurück, dass in früheren Zeiten Gerichtsversammlungen, etwa bei den Germanen im Form des Thing, auf dem Dorfplatz unter dem Dorfbaum abgehalten wurden. Urteile, die im Schatten einer Linde gefällt wurden, galten dabei als besonders mild, denn die Ausstrahlung der lebensfrohen und lichten Linden, so glaubte man, bewegte die Menschen zu einer warmherzigeren Entscheidung. Früher wurde „lind“ auch gerne genutzt um bei Speisen das Gegenteil von „scharf“ oder „deftig“ auszudrücken.

Nach der Blüte wachsen recht schnell die kleinen Lindennüsschen an den Bäumen. Kaum bekannt ist, dass sich aus diesen ein sehr leckeres Speiseöl herstellen lässt. Man benötigt etwa 6 Kg der Lindennüsschen für einen Liter Öl. auch können die kleinen Nüsschen in Essig und Öl eingelegt und dann ähnlich wie Kapern genutzt werden.

Die Linde galt vor allem den nordeuropäischen Völkern als Wohnort von Naturgeistern. Noch heute gibt es in Skandinavien viele alte Geschichten rund um Fenn und Elfen, die in den Linden ihr Zuhause haben. Seit frühen Zeiten gilt die Linde auch als Baum der Liebe und Fruchtbarkeit. So verwundert es nicht, dass Hochzeiten gerne unter dem Dach aus herzförmigen Blättern gefeiert wurden. Auch galt die Linde als Baum, der vor Unwetter, Krankheit, Dämonen und schlechten Energien schützt.

Die Linde kann auch beim Räuchern verwendet werden. Genutzt werden hier zumeist die Lindenblüten, die hier ihren charakteristischen aromatischen, süßlichen Duft verströmen. Aber auch das Holz der Bäume sowie die Blätter können geräuchert werden. Die Wirkung ist dabei beruhigend. Aber auch als Mittel für Schutz wurde die Linde gerne gräuchert.

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com

In der Sommerzeit sitzt man gerne draußen. Egal ob zum gemütlichen Nachmittagskaffee, dem geselligen Grillfest oder einfach nur so, um das Wetter und die Natur zu genießen. Doch insbesondere zu den Abendstunden kann aus dem entspannten Genuss schnell eine lästige Angelegenheit werden. Denn nicht nur wir Menschen lieben die Sommerzeit. Auch Mücken und andere Insekten sind zu dieser Jahreszeit scharenweise unterwegs und können schnell zu einer lästigen Plage werden.

Natürlich gibt es im Handel bereits unzählige Helfer zu kaufen, die Ruhe vor den Störungen der Insekten verheißen. Mückensprays, spezielle Duftkerzen oder UV-Insektenlichter bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten. Mit synthetischer Chemiekeule oder elektrischem Insektenoverkill versucht man so, die kleinen Tierchen loszuwerden. Doch es gibt noch eine ganz einfache und vor allem natürlichere Methode, sich vor lästigen Störungen zu schützen: mit dem passenden Räucherwerk. Wer ohnehin gerne mal räuchert, dem bietet sich hier eine ideale Möglichkeit das wohltuende Ambiente von duftendem Räucherwerk mit Schutz vor den kleinen Plagegeitern zu vereinen. Diese Möglichkeit verteibt die Tiere ohne sie zu töten oder mit zweifelhaften synthetischen Duft- und Inhaltstoffen aufzuwarten.

Generell lässt sich sagen, dass Räuchern schon mal ganz grundsätzlich abschreckend auf Mücken, Wespen und Fliegen wirkt. Die kleinen Fliegetierchen meiden instinktiv Rauch und Feuer. Dabei gilt: je größer die Rauchentwicklung (eigentlich Dampf, denn beim Räuchern werden die Räucherstoffe nicht verbrannt sondern die Wirkstoffe verdampft) beim Räuchern ist, desto weniger Insekten trauen sich heran. Es eignen sich also besonders Harze, die zu starker Rauchentwicklung neigen, zum Räuchern gegen Insekten. Es reicht also schon ganz einfach sein Lieblingsräuchwerk aufzulegen und man bekommt bereits so etwas Ruhe.

Zitronengras

Natürlich gibt es aber auch spezielles Räucherwerk, welches eine ganz besonders starke abwehrende Wirkung auf Mücken, Fliegen & Wespen hat. Das Zitronengras (cymbopogon nardus / cymbopogon winterianus), welches auch unter dem Namen Zitronella gekannt ist, verstörmt einen angenehmen, zitrusartigen, frischen, balsamischen Duft der eine ausgesprochen intensive abschreckende Wirkung auf Mücken, Wespen & Fliegen hat. Zitronella findet sich als Hauptbestandteil in vielen Räucherstäbchen oder Räucherkegeln, die zum Vertreiben von Insketen angeboten werden. Natürlich kann man Zitronella aber auch auf der Räucherkohle räuchern. Aber auch Patchouli (Pogestemon cablin) oder Lavendelblüten (lavendula angustifolia) haben beim Räuchern die Eigenschaft, die lästigen Insekten fernzuhalten. Kombiniert man eines oder mehrere dieser Kräuter beim Räuchern mit ausgewählten wohlriechenden Harzen, so bekommt man eine gute Räuchermischung, die nicht nur die Fliegetierchen fernhält sondern auch für das eigene Wohlbefinden förderlich ist.

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.de

 

Die getrockneten Harze vieler Bäume, insbesondere die von Nadelbäumen, sind ein reichhaltiger Schatz, wenn es um das Thema Räuchern geht. Aus fast allen Teilen der Welt findet man Harze verschiedenster Baumarten im Räucherbedarf. Die Auswahl an unterschiedlichen Duftnoten und Wirkungen ist hierbei enorm. Doch nicht nur exotische Bäume und deren Harze können uns beim Räuchern erfreuen. Unsere einheimischen Nadelbäume produzieren ebenfalls Harze, die sich hervorragend zum Räuchern nutzen lassen. Das wussten auch schon unsere Vorfahren. So hat das Räuchern mit einheimischen Baumharzen auch hier bei uns eine lange Tradition. Besonders zu erwähnen sind die Harze der Fichten, Kiefern und Tannen. Eine Mischung aus Kiefern- und Fichtenharz wird auch als Waldweihrauch bezeichent und war bereits bei den Germanen eine beliebte Räuchermischung. Ein Glück, dass diese beiden Harze sich ganz leicht in unseren heimischen Wäldern finden lassen. Wer mit aufmerksamem Blick durch die Wälder streift, wird mit Sicherheit bald Bäume entdecken, an denen er das Harz ernten kann. Besonders das Fichtenharz findet sich häufig, da fichten die Eigenschaft haben, nicht nur bei Verletzungen das Harz auszuscheiden, sondern es auch einfach so „ausschwitzen“. Kiefernharz hingegen findet sich immer dort, wo der Baum eine Verletzung erfahren hat und das Harz die Wunden verschließt. Das Tannenharz hingegen ist eine schwer zu findende Seltenheit, weshalb es eine ganz besondere Kostbarkeit darstellt, die auch nicht im Räucherbedarf zu erwerben ist.

Doch wie erntet man nun die Baumharze? Man sollte vor allem nur Harz sammeln, welches bereits hart und trocken ist, um den Baum nicht in seiner Wundheilung zu stören. Ebenso sollten nur Harzstücke gesammelt werden, die sich in größeren Tropfen an der Baumrinde befinden und die nicht unmittelbar dem Wundverschluss des Baumes dienen. Natürlich braucht man auch ein Gefäß, in das man das gesammelte Harz reintun kann. Ein kleines Schraubglas eignet sich hierfür ganz hervorragend, Stoffbeutel hingegen sind nicht geeignet, da das Harz am Stoff kleben bleibt. Ebenso braucht man ein kleines Messer, um das Harz vom Baum zu lösen. Man sollte sich zudem darauf einstellen, dass sowohl die Hände als auch das Messer eine ordentliche Portion klebriges Harz abbekommen, welches sich nicht so leicht wieder entfernen lässt. Ein kleiner Trick: die Hände zuerst mit etwas Pflanzenöl einreiben und dann mit Seife waschen. So lassen sich die Harzrückstände leichter entfernen.

Das gesammelte Harz ist jedoch noch nicht gleich zum Räuchern geeignet. Im frischen Zustand enthält es noch viel Wasser und Terpentinöle. Daher muss das Harz erst eine Weile luftig abgelagert werden, damit diese Stoffe sich verflüchtigen, das Harz komplett aushärtet und sich ein gutes Räucherwerk entwickelt. Dieser Vorgang dauert etwa 6 Monate. Jetzt wäre also der perfekte Zeitpunkt, um Harze für das Räuchern in der Winterzeit zu sammeln. Manche Räucherliebhaber geben ihren Harzen sogar bis zu 5 Jahre Zeit zum Reifen. Wie bei einem guten Wein, wird die Qualität mit der Zeit auch bei den Räucherharzen immer besser. Das Fichtenharz bekommt mit der Zeit eine dunkle, fast schwarze Färbung. In der industriellen Verarbeitung von Harzen wird dem Harz diese Zeit nicht gegeben. Hier wird der Vorgang durch einen Destilationsprozess beschleunigt. So entsteht das sogenannte Kolophonium, welches ebenfalls im Räucherbedarf erhältlich ist.

Wenn die Zeit reif ist und die Harze gut abgelagert sind, können sie geräuchert werden. Das Fichtenharz hat dabei einen kräftigen, intensiven, waldigen, warmen, harzigen Duft mit einer leichten Zitrusnote und wirkt reinigend, aufrichtend, stärkend, erhellend, klärt den Geist, löst innere Konflikte auf und spendet eine heimelige, geborgene Atmosphäre. Es wirkt beschützend und eignet sich somit auch gut für Schutz und Reinigungs Räucherungen. Da der Rauch auch eine desinfizierdene Wirkung hat, wird Fichtenharz auch gerne bei Krankheiten geräuchert. Das Kiefernharz ist etwas milder und klarer in seinem Duft aber ansonsten dem Fichtenharz sehr ähnlich. Auch in der Wirkung haben die beiden Harze viel gemeinsam. Das Kiefernharz hat jedoch vor allem eine entspannende und klärende Wirkung. Beide Harze eignen sich ganz besonders gut für Rauhnachtsräucherungen.

Text: Fabian Kalis

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Mit der derzeit anhaltenden Hitzewelle scheint der Frühling dieses Jahr schnell vom Sommer abgelöst worden zu sein. Und in der Tat: der Holunder strahlt bereits mit seinen weißen Blütenständen in Gärten, Wäldern & Wiesen. Im Phänologischem Jahreskalender ist die Holunderblüte ein Zeichen für den Beginn des Frühsommers. Es gibt also keinen Zweifel: die sommerliche Jahreszeit hat begonnen.

Jetzt ist auch die beste Zeit, um die Holunderblüten zu ernten. Die üppigen Blütenstände mit ihren zahlreichen zierlichen weißen Blüten lassen sich vielseitig einsetzen. Es lohnt sich daher, nun einen Vorrat anzulegen, damit man das ganze Jahr über die wohltuenden Eigenschaften der Holundeblüten nutzen kann. Mit einer Schere können die Dolden leicht am Stiel abgeschnitten werden,. So lassen sich die Dolden im Stück abernten. Am besten sammelt man die abgeschnittenen Blüstenstände in einem luftdurchlässigem Beutel z.B. aus Leinen oder Jute. Für die Anwendung als Tee trocknet man die Blüten. Dies lässt sich ganz einfach direkt in den Beuteln erledigen. Einfach die nicht zu voll gefüllten Beutel in die Sonne hängen, etwa an einer Wäscheleine. So wird die Ernte schonend getrocknet. Sobald die Blüten trocken genug sind, können sie am besten lichtgeschützt in großen Vorratsgläsern aufbewahrt werden. Ein Tee aus Holunderblüten ist immunstärkend, schweißtreibend und unterstützt den Körper bei fiebrigen Erkrankungen wie grippalen Infekten, Erkältungen und Grippe. Die Blüten wirken zudem antibakteriell und antiviral.

Eine weitere Verwendung, für die man allerdings nur die frischen Blütenstände verwendet, ist das Backen von traditionellen Holunderküchlein. Hierzu taucht man die frischen Blütenstände im Stück in einen süßen Teig und brät die Holunderküchlein anschließend in einer Friteuse oder Pfanne in heißem Öl aus. Die dicken Stiele sollten jedoch vor dem Genuss abeschnitten werden, da diese Sambunigrin enthalten, einen Stoff, der bei vielen Menschen in größerer Menge zu Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall führen kann. Am besten schneidet man die Stiele ab sobald die erste Seite der Küchlein durchgebraten ist. So kann man sie anschließend ohne Probleme wenden und von der anderen Seite garen. Für diese Zubereitung sollten die Holunderblüten möglichst an einem sonnigen Tag geerntet werden, an dem es bereits für mehrere Tage trocken und möglichst windstill war. Für den Geschmack der Küchlein sind nämlich vor allem die Pollen des Holunders verantwortlich, von denen  man so möglichst viel in den Blüten hat. Auf ein Abspülen oder zu starkes Abschütteln der Blüten sollte man aus diesem Grund ebenfalls verzichten.

Ein einfaches Rezept für einen passenen Bierteig benötigt folgende Zutaten:

200g Mehl

250ml dunkles  Bier

2 Eier

50g Zucker

geschmacksneutrales Fett oder Öl für die Pfanne oder die Friteuse

 

Diese Menge reicht für ca. 10 Blütendolden

Der Zucker kann im Teig auch weggelassen werden. So können die fertigen Küchlein dann nach Belieben mit etwas Ahornsirup oder Puderzucker gesüßt werden.

 

Text: Fabian Kalis

Bild: www.pixabay.com

Die Sonne lacht, der Himmel ist blau und ringsum summt, brummt und zwitschert es. Der Wonnemonat Mai lockt uns mit seinen sommerlichen Temperaturen ins Freie. Doch wer bei solch einem Wetter draußen aktiv ist, der sehnt sich schnell nach einer kühlenden Erfrischung. Ein Glück, dass unsere heimische Flora auch hierfür etwas Passendes bereit hält.

Besonders im Schatten norddeutscher Laubwälder findet sich im Frühling ein erfrischendes Pflänzlein, dass mit seinen weiß, lila farbenen Blüten und den drei kleeartigen Blättern kaum mit anderen Pflanzen zu verwechseln ist. Die Rede ist vom Waldsauerklee. Auch wenn die Blätter und der Name an eine Verwandschaft mit anderem Klee erinnern, so gehört diese Pflanze jedoch nicht zu den Kleegewächsen sondern zur Familie der Oxalidaceae. Dem erfrischenden Genuss, steht damit jedoch trotzdem Nichts im Weg. Waldsauerklee ist, wie der Name schon verrät, vorallem eines: sauer. Große Mengen an Vitamin C und Oxalsäure verleihen diesem Kraut seinen saueren Geschmack. Die Blätter enthalten aber auch viel Feuchtigkeit. So ist der Waldsauerklee beim Reinbeißen eine saftig saure Erfrischung. Doch nicht nur als kühlender Snack kann der Waldsauerklee begeistern. Pflückt man ihn, so kann man ihn wunderbar in Wasser einlegen und so ein schmackhaftes, erfrischendes Getränk zubereiten. Einfach eine Hand voll Waldsauerklee pflücken und ein paar Stunden in einer Kraffe mit Wasser ziehen lassen.

Doch nicht nur der Waldsauerklee, der meist nur in Wäldern zu finden ist, kann uns an heißen Tagen eine Erfrischung sein. Auf lichten Wiesen finden wir häufig den Wiesensauerampfer. Mit seinen zarten Pfeilspitzenförmigen Blättern ist auch er eine leicht zu erkennende Pflanze. Etwas weniger saftig als der Waldsauerklee enthält der Wiesenampfer jedoch auch große Mengen an Vitamin C und Oxalsäure. Ein ebneso willkommener Erfrischungssnack. Auch der Wiesensauerampfer kann für die Zubereitung eines kühlenden Getränkes dienen. Die Blätter müssen aber vor dem Einlegen ins Wasser etwas klein geschnitten werden, damit sich die Inhaltsstoffe gut im Wasser lösen. Wer mag, kann noch einen Klecks Honig mit hinein geben. So ein Getränk erfrischt, revitalsiert und ist eisgekühlt genau das Richtige für ein aktiven Tag im Freien.

Aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäure wird häufig vor einem übermäßigen Verzehr von oxalsäurehaltigen Lebensmittel gewarnt. In der Tat wird die Oxalsäure nur sehr langsam vom Körper ausgeschieden. Dadurch können sich Ablagerungen in den Gelenken bilden und Nierensteine entstehen. Ebenso entzieht die Oxalsäure dem Körper Kalzium. In geringen Mengen ist der Verzehr jedoch unbedenklich. Gegen einen gelegentlichen Genuss von erfrischendem Grün im Frühjahr spricht daher in der Regel nichts. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn bereits Erkrankungen wie Nierensteine, Gicht, Athritis oder Rheuma vorliegen. In diesem Fall sollte vor dem Genuss stark oxalsäurehaltiger Lebensmittel Rücksprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker gehalten werden.

Text: Fabian Kalis

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