Die Sternmiere

Im Schatten der großen Buchenwälder erstrecken sich im Frühjahr an vielen Orten weite Teppiche aus kleinen grünen Pflänzlein mit weißen Blüten. Es handelt sich dabei um die Echte Sternmiere (Stellaria holostea). Ihren Namen verdanken diese Pflanzen ihren sternförmigen Blüten. Auch eine Verwandschaft zu der Vogelmiere lässt sich am Namen erahnen. Die krautige Pflanze wird etwa 20 cm bis 60 cm hoch und besitzt lanzettliche Blätter, die nur etwa 3 bis 6 Zentimeter lang sind. Der Stängel ist vierkantig und die etwa 2 Zentimeter großen Blüten locken mit weißen Blättern in die strahlend gelbe Mitte. Vermehren tut sich die Sternmiere sowohl vegetativ über unterirdische Rhizome als auch generativ durch Bestäubung verschiedener Insekten. Sie ist dabei eine wichtige Netkarquelle für verschiedene Nachtfalter. Auch diversen Raupen ist die Pflanze Nahrung. Die Samen der Sternmieren verbreiten sich im Wind. Obwohl die einzelnen Blüten nur eine Lebensdauer von wenigen Tagen haben, sieht man die Blütenpracht das ganze Frühjahr hindurch. Dies liegt daran, dass die Pflanzen mehrere Blüten zu unterschiedlichen Zeiten ausbilden. So kommt es auch, dass man an einer Pflanze sowohl junge Blüten als auch reife Fruchtkapseln findet.

Die Echte Sternmiere im Frühjahr

Die Sternmiere ist ein beliebtes Wildgemüße. Alle oberirdischen Teile der Pflanze sind roh essbar. Der Geschmack ähnelt dem der Vogelmiere und erinnert ein wenig an rohe Erbesen. Die Sternmiere ist jedoch im Vergleich zu ihrer Verwandten etwas fester im Biss. Die Blüten eignen sich als essbare Salatdeko. Die noch grünen Fruchtkapslen können wie Kapern eingelegt werden. Auch als gegartes Gemüse macht die Sternmiere eine gute Figur auf dem Teller. Kurz angedünstet werden Stängel und Blätter zu einer zarten und geschmackvollen Beilage. Aber auch als Kräuterpesto oder kleingeschnitten im Quark oder als Kräuterbutter schmeckt die Sternmiere.

Die Miere ist reich an Kalium, Eisen, Saponinen und Vitamin C. In der Pflanzenheilkunde wurde sie früher genau wie die Vogelmiere hauptäschlich bei äußerlichen offenen Wunden zur Wundheilung angewendet. Heute nutzt man sie jedoch eher bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten. Aber auch bei Rheuma und Gicht wurde sie genutzt. Ebenfalls sagt man der Sternmiere schmerzlindernde Eigenschaften zu. Pfarrer Kneipp empfahl die Mieren zudem bei Nierenproblemen, Bluthusten und Ausschlägen.

Botanisch gehört die Echte Sternmiere zusammen mit der Vogelmiere in die Gattung der Sternmieren in die Familie der Nelkengewächse.

Bildnachweis: www.Pixabay.com

Text: Fabian Kalis

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