Autor: Fabian

Fruchtleder, was ist denn das? Ein moderner, veganer Versuch echtes Leder aus Tierhaut mit einer pflanzenbasierten Grundlage zu ersetzen? Nein, es handelt sich hierbei um eine süße Leckerei, die man ganz einfach aus heimischen Früchten herstellen kann. Fruchtleder hat eine lange Tradition und wurde als Nascherei gegessen schon lange bevor es Gummibärchen und andere Weingummis gab. Nicht nur ist Fruchtleder eine tolle Idee um seine eigene Fruchtgummi Alternative herzustellen, es ist auch ein prima Art frisches Obst in eine lange haltbare Form zu verarbeiten. Der Name Fruchtleder kommt daher, dass das fertige Produkt aufgrund seiner flachen und biegsamen Form und seiner weichen glatten Struktur an Leder erinnert.

Das der Herstellung von Fruchtleder zu Grunde liegende Prinzip ist dabei das Dörren. Den frischen Früchten wird dabei langsam und schonend so lange Wasser entzogen, bis der verbleibende Restwassergehalt so gering ist, dass Bakterien und Pilzen keine Chance mehr haben, die Früchte zu verderben. Das Wort Dörren ist dabei abgeleitet von Darre, der gitterartigen Struktur auf denen die Produkte langsam getrocknet werden. Vorteil dieser Methode: durch die geringe Temperatur beim Trocknen bleiben Vitamine und andere kostbare Inhaltsstoffe fast vollständig erhalten. Früher nutze man die Sonnenkraft, um Fruchtleder herzustellen. Dazu hat man den ausgestrichenen Fruchtbrei einfach an warmen Tagen in die Sonne gelegt. Später im Jahr nutzte man warme Oberflächen in der Nähe des Ofens, um das Fruchtleder langsam zu trocknen.

Was Unterscheidet Fruchtleder jetzt von Dörrobst bzw. Trockenobst? Beim Trockenobst werden die Früchte (je nach Fruchtart oder gewünschtem Endprodukt) entweder ganz oder in kleine Scheiben / Stücke geschnitten getrocknet. Um Fruchtleder herzustellen, bereitet man zunächst einen feinen Brei aus den Früchten zu, der anschließend flach ausgestrichen und dann getrocknet wird.

Das Fruchtleder kann man pur, ohne Zusatz weiterer Zutaten herstellen. Das Endprodukt enthält dann, je nach verwendeter Fruchtart, nur wenig Zucker bis sehr wenig Zucker und schmeckt nur leicht süß. Als gesunde, zuckerarme Süßigkeit ein tolle Idee. Wer es lieber etwas süßer mag, der kann dem Fruchtpüree Zucker, Ahornsirup, Agavendicksaft oder Honig zuführen. So erhält das fertige Fruchtleder eine angenehme Süße und wird eine beliebte Nascherei auch bei Kindern. Den Zuckergehalt und die Süße kann man hierbei natürlich ganz nach Belieben anpassen. Man kann hierbei einzelne Fruchtarten verarbeiten oder auch Mischungen verschiedener Früchte herstellen. Auch lässt sich der Fruchtbrei mit Gewürzen verfeinern. So lässt sich aus den eigenen Lieblingsfrüchten eine persönliche Süßigkeit ganz nach dem eigenen Geschmack herstellen.

Rezept für Fruchtleder aus Apfel & Hagebutten mit Honig

Was man benötigt:

150 g Hagebutten (ohne Kerne)

1 Apfel

50 g Honig

1 Prise Zimt / Muskatnuss / Vanille

Zubereitung:

Die entkernten Hagebutten und den Apfel in möglichst kleine Stücke schneiden und anschließend pürieren. Am besten eignet sich hierfür ein starker Mixer. Die Masse sollte möglichst fein sein. Man kann das Püree hierzu durch ein engmaschiges Sieb drücken, so erhält man eine ganz feine Masse.

Diese Fruchtmasse wird nun mit dem Honig verrührt und nach Belieben mit den Gewürzen abgeschmeckt. Alle Zutaten gut vermengen.

Anschließend wird das Mus auf ein nicht haftendes Papier gestrichen. Die Schicht sollte etwa 4 mm dick sein. Das so befüllte Papier wird nun für etwa 7- 8 Stunden im Dörrapparat bei ca 40 ° C gedörrt. Alternativ kann man das Fruchtmus auch im Backofen trocknen. Dabei muss die Backofenklappe aber die ganze Zeit über einen Spalt offenstehen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Sobald das Fruchtmus nicht mehr klebrig ist und sich leicht von dem Papier ablösen lässt, ist es fertig. Nun kann es nach Belieben angerichtet werden.  Es kann in kleine Stückchen geschnitten, zusammengerollt oder in aufwendige, kreative Formen geschnitten werden.

Das so hergestellte Fruchtleder aus Hagebutte, Apfel & Honig vereint die Heilkräfte dieser drei Kraftpakte der Natur und ist über einen langen Zeitraum haltbar. Hagebutten enthalten, genau wie Äpfel eine große Menge an Vitamin C und sind damit besonders wichtig um in der kalten Jahreszeit ein starkes Immunsystem zu  wahren. So ist diese Nascherei nicht nur lecker sondern auch ein verlockendes Stück Medizin.

 

 

 

 

Der Herbst ist die Zeit, in der die zwei- oder mehrjährigen Pflanzen sich in die Erde zurückziehen und tief in ihren Wurzeln ihre Lebenskraft speichern. Das oberirdische Kraut stirbt ab, es verwelkt und von der Pflanze ist ab dem späten Herbst nichts mehr zu erahnen. Doch versteckt im Inneren des Erdreichs warten diese Pflanzen mit einem hochlebendigen Schatz auf. Es sind die heilkräftigen Wurzeln, die in dieser Jahreszeit geerntet werden. Wer weiß, wo er suchen muss, findet nun viel stark wirksame Pflanzenmedizin im Erdreich verborgen.

In dieser Jahreszeit, in der das meiste oberirdische Grün schwindet, ist die Saison der meisten Heilkräuter längst vorüber. Doch es ist genau die richtige Zeit, um die Pflanzen zu ernten, von denen man die Wurzeln nutzt. Anders als die oberirdischen grünen Pflanzenteile, die oftmals im jungen frischen Zustand die meisten Heilkräfte besitzen, oder die Blüten, die dann geerntet werden, wenn die Pflanze ihren Höhepunkt im Jahreszyklus erreicht hat, sind die Wurzeln der zwei- oder mehrjährigen Pflanzen am heilkräftigsten, wenn sich die Pflanzen auf das Überwintern in der kalten Jahreszeit vorbereiten und sich mit ihrer ganzen Kraft, ihren Wirkstoffen und Pflanzensäften in das Wurzelreich zurückziehen.

Viele Heilpflanzen der traditionellen Volksmedizin tragen in ihrem Namen bereits einen Hinweis darauf, dass von ihnen die Wurzel verwendet wird: Nelkenwurz, Pestwurz, Blutwurz, Engelwurz und Nieswurz sind nur einige von ihnen. Dabei war die Bezeichnung Wurz historisch keineswegs nur den unterirdischen Pflanzenteilen vorbehalten. In früheren Zeiten bezeichnete das Wort Wurz sämtliche Pflanzenteile. Der Wortursprung geht dabei auf die Bedeutung „Gewachsenes“ oder „Trieb“, „Zweig“ oder „Ast“ zurück. Auch Wurstwaren, die unter Bezeichnungen wie „Kaminwurz“ oder „Pfefferwurzen“ eine lange Tradition haben, verdanken ihren Namen diesem Ursprung. Ihre längliche, astähnliche Form brachte ihnen ihren Namen. Später wurden dann nur noch die besonders heilkräftigen Pflanzen als Wurz bezeichnet und im Laufe der Zeit wandelte sich die Wortbedeutung immer mehr in Richtung der unterirdischen Pflanzenteile, so dass wir heute eben diese Pflanzenteile meinen, wenn wir von Wurz oder Wurzeln reden.

Blütenstand der Großen Klette (Arctium lappa). Auch ihre Wurzel sammelt man jetzt im Herbst. Sie hilft gegen Schuppen, juckende Kopfhaut und stärkt die Haarwurzeln.

Die Endung Wurz in noch heute genutzten Pflanzennamen ist also häufig ein Nachhall ihrer einst sehr geschätzten Heilkräfte. Ein paar dieser Wurzen möchte ich im Folgenden etwas näher beschreiben.

Klettenartige Frucht der Echten Nelkenwurz

Die Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse. Ihren Namen verdankt sie der stark nach Gewürznelke duftenden Wurzel. Diese Wurzeln wurden bereits in der Antike wegen ihrer stark tonisierenden und heilenden Kräfte geschätzt. Die alten Griechen setzten mit ihr stärkende und aromatische Heilweine an, die gegen allerlei Leiden helfen sollten. In zahlreichen historischen Kräuterbüchern finden sich die unterschiedlichsten Anwendungen der Nelkenwurz. So wurde sie bei Blasenschwäche, Zahnweh, Durchfall, Hämorrhoiden, Verdauungsbeschwerden, Hauterkrankung, Entzündungen der Mundschleimhäute, Gelbsucht und Brustbeschwerden eingesetzt. In dieser vielseitigen Anwendung zeigt sich ganz eindeutig, welch starke Heilkräfte die Menschen dieser Pflanze einst zuschrieben. Sie ist eine also eine echte Wurz, eine stark wirksame Heilpflanze. In der modernen Phytotherapie wird sie allerdings nur noch wegen ihrer Gerbstoffe als ein Mittel gegen Durchfallerkrankungen und Hautleiden eingesetzt. Die aromatischen Wurzelstöcke können jedoch auch in der Küche zum Würzen von Speisen und Gebäck verwendet werden.

Blütenstand einer Pestwurz im Frühjahr

Auch die Pestwurz (Petasites hybridus) wurde einst als eine starke Medizin verehrt. Sie verdankt ihren Namen der Anwendung als eine der Heilpflanzen, die im Mittelalter gegen die Pest eingesetzt wurden. Auch eine schleimlösende sowie eine entzündungshemmende und kühlende Wirkung bei Insektenstichen wurde ihr nachgesagt. In der modernen Phytomedizin entdeckte man zudem eine spasmolytische (krampflösende) und analgetische (schmerzstillende) Wirkung von Zubereitungen aus der Pflanzenwurzel. Ebenso hat die Pflanze eine antiallergische Wirkung, die vergleichbar ist mit synthetischen Antihistaminika. Die Pestwurz gehört zu den Pflanzen, die ihre Blütenstände bereits im zeitigen Frühling vor dem Blattaustrieb erscheinen lassen. Sie ist damit eine der ersten wichtigen Bienenfutterpflanzen nach der langen Winterruhe.

Blüte und Blatt einer Blutwurz

Die Blutwurz (Potentilla erecta), deren Rhizome einen blutroten Saft ausscheiden, wenn man sie anschneidet, wurde gemäß der Signaturenlehre als ein blutstillendes Mittel verwendet. Auch als Färberpflanze fand die Blutwurz Verwendung. Der Pflanzensaft erzeugt je nach Anwendung eine gelbbraune bis rotbraune Färbung. Die Sámi (indigene Bevölkerung in Lappland) nutzten die Blutwurz zum Gerben von Rentierfällen, die dadurch gleichzeitig eine rotbraune Färbung erhielten. In der modernen Phytotherapie nutzt man die Blutwurz, wie fast alle Pflanzenwurzlen nur noch wegen ihres Gehaltes an Gerbstoffen bei Durchfall und Magen-Darm-Erkrankungen und als Spülung bei entzündlichen Erkrankungen der Mundschleimhäute.

Die Nieswurz (Helleborus spp.) wurde in früherer Zeit zu ganz besonderen Heilzwecken eingesetzt. Wie der Pflanzenname bereits erahnen lässt, löst ein Pulver aus  Wurzeln einen starken Niesreiz aus. Für unser modernes Heilverständnis ist das eine weniger erstrebenswerte Heilwirkung. In früherer Zeit glaubte man jedoch, dass Niesen, Erbrechen und Durchfall wirksame Methoden zum Heilen psychischer Krankheiten und Wahnsinnn seien. Medizin, die diese Effekte hervorrief wurde also als ein wichtiges Heilmittel in psychatrischen Belangen genutzt.  Der griechische Begriff „elleborosus“ (wörtlich übersetzt etwa „Helleborus benötigen“) bedeutet „verrückt“ und leitet sich von dem botanischen Namen der Nieswurz ab.

Alle diese stark wirksamen Pflanzenwurzeln sammelt man am besten jetzt im Herbst, wenn die oberirdischen Pflanzenteile verwelken und aus der Natur schwinden. Es ist die Jahreszeit, in der man seine Pflanzenhausapotheke mit den heilsamen Wurzen aufstocken kann.

Auch die Große Klette (Arctium lappa), die als zweijährige Pflanze im ersten Jahr als Blattrosette erscheint und erst im zweiten Jahr ihre eindrucksvollen, mehrere Meter hohen Blütenstände Richtung Himmel streckt, sammelt man im Herbst. Dabei nutzt man die Wurzeln der Pflanzen, die sich im Herbst des ersten Jahres befinden. In diesem Stadium halten sie ihre ganze Heilkraft bereit. Im Herbst des zweiten Jahres hat die Klette ihre ganze Lebenskraft in die Blüten gesteckt und stirbt anschließend vollständig ab. Diese Wurzeln enthalten kaum noch Wirkstoffe und Pflanzenkraft. Dies gilt gleichermaßen für alle anderen zweijährigen Pflanzen, von denen man die Wurzeln nutzt.

Wichtig ist, wie bei allen gesammelten Heilkräutern, dass man auch die Wurzeln gut trocknen lässt, bevor man sie einlagert. Besonders die unterirdischen Pflanzenteile im Herbst enthalten sehr viel Feuchtigkeit und fangen leicht an zu schimmeln, wenn man sie nicht genug trocknet.

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com

 

Schon lange bevor es unser moderens Erklärungsmodell mit Bakterien und Viren als Krankheitserreger gab, nutzen die Menschen die Kraft der Pflanzen, um sich vor Krankheiten zu schützen und gesund zu werden. Dabei wurden die entsprechenden Pflanzenprodukte auf vielfältige Weise eingesetzt. Heilkräutertees, und Pülverchen gehörten genauso wie auch das Räuchern zu den Anwendungen früherer Zeiten.

Krankheiten sah man früher als negative Energien, Geister oder auch Dämonen, die den Kranken befallen hatten. Bestimmte Rituale und Räucherstoffe wurden dann genutzt, um diese unerwünschten Gäste wieder aus dem Körper zu vertreiben. Es wurden Schutzräucherungen in Haus und Hofe, meist zu besonderen Fesstagen, zelebriert, um sich vorbeugend vor diesen Energien zu schützen.

Auch die christliche Kirche, die ja das Räuchern lange Zeit als heidnisches Teufelswerk verschrien hat, konnte die reinigenden und schützenden Aspekte einiger Räucherdüfte irgendwann nicht mehr ignorieren. Die großen Kirchen waren Zufluchtsort für Kranke und Sterbende. Man kann sich gut vorstellen, dass hier, insbesondere in Zeiten, in denen Hygiene einen sehr niedrigen Stellenwert in der Gesellschaft hatte, ein Sammelbecken von Infektionskrankheiten entstand. Wer gesund war und in die Kirche ging, konnte sich sehr leicht mit einer unschönen Krankheit anstecken. Zunächst war es dem Gestank geschuldet, denn ein Treffpunkt kranker, sterbender und ungepflegter Menschen, der die Kirchen ja waren, glänzte nicht unbedingt mit Wohlgerüchen, dass die Kirche begann das einst verteufelte Räucherwerk in den eigenen Reihen zu nutzen. Bei einem solch widerlichen Ambiente und der Angst, dass man ebenfalls von den Krankheiten befallen werden würde, schwand nämlich die Zahl der Besucher in den Kirchen. Es mangelte an Kundschaft. Und ohne Kundschaft, die ihr weniges Geld zum Sündenerlass der Kirche in den Rachen warf, drohte die Stellung der Kirche zu fallen. Eine Lösung musste her. Kurzerhand wurde insbesondere der Weihrauch, der ja schließlich schon dem Jesuskind geschenkt wurde, zu etwas heiligem erklärt und die Kirchen damit ausgeräuchert. Der neue Wohlduft frischte das schlechte Image der Krichen wieder auf und lockte viele neue Besucher in die kalten Hallen. Wie so vieles, wurde auch das Räuchern so von einem verbotenen Teufelstreiben zu etwas tugendhaften und christlichen gewandelt und von der Kirche adaptiert.

Schnell stellte man fest, dass mit dem Weihrauchduft nicht nur der Gestank schwand sondern auch die Zahl der Kranken weniger wurde. Gesunde Menschen, die nun die Kirchen betraten, wurden von den Krankheitsgesietern verschont. Klar, dass hier das Werk Gottes zugange war. So wurde dem Weihrauch als heiliges Gottesgeschenk eine immer höhere Stellung in den Zeremonien der Kirche zugetragen.

Diese krankheitsvertreibende Wirkung sprach sich rum. Auch die Zellen der Gefängnisse wurden nun regelmäßig mit dem göttlichen Reinigungsmittel ausgeräuchert, um Tod und Krankheit aus den dreckigen und stinkenden Verschlägen zu vertreiben. Auch bei der einfachen Bevölkerung, die das Räuchern heimlich weitergeführt und trotz verboten niemals aufgegeben hat, konnte sich dieses Tun nun mit dem Segen der Kirche wieder mehr entfalten und verbeiten.

Die Nutzung von Räucherwerk zum Schutz vor Krankheiten hat also eine lange Tradition. Doch wie ist damit in unserer modernen Zeit umzugehen, in der wir wissen, dass es Bakterien und Viren und keine Dämonen oder anderes Teufelswerk sind, die uns krankmachen? Ist das Räuchern also doch nur Hokuspokus? Ist die Wirkung auf rein energetischer Ebene und hat nichts mit moderene rationeller Erkenntnis zu tun? Waren die Wirkungen früherer Zeiten reine Placebo Effekte, die damit zu erklären sind, dass die Menschen einfach glaubten?

Nein, ganz im Gegenteil. Neben der energetischen und psychologischen Wirkung (olfaktorische Reize haben eine nachgewiesene Wirkung auf unseren Geist) haben die meisten Räucherstoffe auch eine pharmakologische Wirkung. Bestimmte Wirkstoffe, die in den Räucherstoffen enthalten sind, werden beim Räuchern freigesetzt und entfalten dann in unserem Körper (oder auch auf Bakterien und Viren in der Luft) eine nachweisliche Wirkung.

Insbesondere der echte Weihrauch (Boswellia spp.) und Wachholder (Juniperus spp.), die beide schon seit jahrtausenden als Reinigungs- und Schutzräucherungen angewendet werden, haben eine keimtötende Wirkung. Ihr Rauch hilft dabei Bakterien und Viren abzutöten. Sie desinfizieren die Luft und Oberflächen, die mit dem Rauch in Berührung kommen. Natürlich ist diese Wirkung nicht so stark, wie bei modernene Desinfektionsmittlen, sie ist aber dennoch nicht abzustreiten und nachweislich da. Auch auf unseren Körper wirken diese Räucherstoffe postitv. Sie helfen dabei Krankheitserreger, die bereits im Körper sind, zu bekämpfen und stärken unser Immunsystem.

So macht es also sowohl von energetischer als auch von empirisch wissenschaftlicher Ebene durchaus Sinn, gerade in der aktuellen Zeit, sich mit regelmäßigen Räucherungen von Weihrauch und Wachholder, vorbeugend vor Krankheiten zu schützen. Und ganz ehrlich: So ein Räucheritual mit all seinen Wohldüften hat auch auf unseren Geist eine ganz andere Wirkung, als würden wir mit einer Flasche Desinfektionsspray unsere Wohnungen „reinigen“. Und wie es um unseren Geist und unser Gemüt steht hat schließlich auch einen nicht zu vernachläßigenden Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit und unser Immunsystem.

Neben Weihrauch und Wachholder wurden auch einheimische Baumharze, etwa von Fichte (Picea spp.) & Kiefer (Pinus spp.) sowie die verschiedenen Beifußarten (Artemisia spp.) geräuchert, um sich vor Krankheiten zu schützen. Auch diese Räucherstoffe haben ein leicht keimtötende Wirkung. So lassen sich wohlriechende und wirksame Räuchermischungen erstellen. Und dabei hilft uns der Schatz der Natur direkt vor unserer Haustür. Es müssen nicht immer die teuren importierten Harze sein. Aber auch gemischt mit anderen Räucherstoffen, kann so dem Räucherritual eine pharmakologisch wirksame Komponente gegen Keime begefügt werden.

Fabian

Bienen, Vanlife, Oldtimer, ein Straßenhund aus Peru und einmal um die Welt. Wie passt das alles zusammen? Lasst es mich erklären:

Vor gut einem Monat hatte ich Besuch von Ben und Leah mit ihrem Hund Alaska, die in ihrem fast 50 Jahre alten, blauen VW Bus leben und um die Welt reisen. Mit eben jenem frisch restaurierten Oldtimer „Boomerang“ (Baujahr 1973) sind die drei derzeit auf einer abenteuerlichen Tour von den USA nach Australien. Und das inmitten einer weltweiten Pandemie. Na wenn das kein Abenteuer ist… Und wer die ganze Welt bereist, der darf natürlich auch das schöne Palingen nicht auslassen.

Während ihrer Reisen produzieren die beiden Weltenbummler eine Videoserie, die kostenlos anzusehen ist. Finanziert wird das ganze Abenteuer durch Direktunterstützer via Patreon.com und Werbeeinblendungen. Unter dem Projektnamen Kombilife entstehen wunderschöne und hochprofessionelle Videos. In ihrer ersten Serie „Hasta Alaska“ wird die Reise von Chile nach Alaska dokumentiert. Diese knapp sechsjährige Tour von Südamerika bis zum Polarkreis war es, die mich auf die beiden aufmerksam gemacht hat. Seitdem verpasse ich keine Folge mehr. In Peru gesellte sich dann Hündin Alaska dazu, die seither mit Ben und Leah um die ganze Welt reist.

Als die beiden nun ihr nächstes Abenteuer („Driving Around The World – An Adventure Travel Series„) planten und es hieß, das sie wohl auch nach Deutschland kommen würden, habe ich die beiden natürlich eingeladen, mich und meine Bienen zu besuchen. Und tatsächlich waren sie dann Ende August hier. Fasziniert von den Geschichten aus dem Bienenvolk, die ich den beiden erzählte, waren sie neugierig auf einen nähren Einblick in das Leben der Bienen.

Wie es sich für echte Youtuber und professionelle Filmemacher gehört, wurde die ganze Aktion natürlich auch gefilmt. In einem kurzen Interview vor laufender Kamera durfte ich dann mein Bienenwissen mit der Welt teilen. Und ich bin stolz sagen zu können, das Ben und Leah so beeindruckt von der Welt der Bienen waren, dass sie diesem Thema eine komplette Episode ihrer Serie gewidmet haben. Abgerundet mit humorvollen Animationen ist eine kurzweilige und spaßige Folge entstanden. Ich freue mich sehr, dass ich ein Teil dieses Abenteuers sein darf.

Das Timing für den Besuch und das Filmen hätte nicht passender sein können: Während der Dreharbeiten zierte eine große Zahnlücke mein Gesicht. Die beiden Frontzähne hatte es mir bei einem Fahrradunfall zertrümmert. Und während Ben und Leah kurzfristig ihren Besuch anfragten, wartete ich gerade auf den Zahnersatz aus dem Zahnlabor. Nur einen Tag nachdem die beiden hier waren, habe ich meine neuen Zähne bekommen. Die Erinnerung an die fehlenden Zähne ist somit also für immer in dieser Folge verewigt und für die ganze Welt zu sehen. Aber es passt in das Bild des seltsamen, bärtigen, barfüßigen Bienentypen, nicht wahr?

Anzusehen sind alle Folgen der Serie (und auch die vorherige Serie „Hasta Alaska“) direkt auf der Homepage www.kombilife.com. Die aktuelle Episode Season 5, Episode 8A Most Fascinating Story“ ist die Folge, in der es um die Bienen geht.

Inspiriert von dieser Zusammenkunft habe ich selbst auch ein neues Projekt gestartet. Da meine bisherigen Publikationen ausschließlich ein deutschsprachiges Publikum ansprechen und ich von vielen Seiten die Anregung bekam, dieses Wissen mehr in die Welt zu tragen, habe ich mich entschlossen ein englischsprachiges Bienenprojekt zu beginnen. Auf meiner neuen Internetseite www.barefoot-bees.com werde ich zukünftig einige der spannenden Bienengeschichten, die es bereits hier in meinen Blog und natürlich auch in mein Buch geschafft haben sowie viele weitere faszinierende Bienenfakten in englischer Sprache veröffentlichen. Hauptsächlich werden es Artikel sein. Aber vielleicht gibt es hierzu auch das ein oder andere kleine Video. Derzeit ist die Seite noch im Aufbau, aber die ersten Artikel gehen in Kürze online. Wer des englischen mächtig ist, findet hier also bald eine wachsende Sammlung an Bienenwissen.

Viel Spaß beim Anschauen der Serie und beim Besuch meiner neuen Website.

Fabian Kalis

Das lange ungeduldige Warten hat ein Ende: mein Buch Berauschende Bienen ist erschienen und nun erhältlich. Bestellt werden kann es direkt in meinem Onlineshop www.Imkerei-Kalis.de. Natürlich gibt es das Buch auch bei den großen Onlinportalen und im Buchhandel vor Ort.

Wer direkt bei mir bestellt, erhält auf Wunsch eine persönliche Widmung. Dies bitte einfach als Kommentar bei der Bestellung mit angeben.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Arbeitsschritte noch nötig sind, bis nach Vollendung eines Buchmanskriptes das fertige Buch gedruckt und im Handel ist. Bei mir hat es knapp ein Jahr lang gedauert. Zugegeben, der Covid19 Lockdown hat die Sache etwas mehr als üblich hinausgezögert (eigentlich sollte das Buch am 01.05.2020 erscheinen), dennoch freue ich mich natürlich nun umso mehr, das fertige Buch endlich in meinen Händen halten zu können. Es ist doch noch mal etwas ganz anderes, das eigene Werk als echtes Buch und nicht nur digital am PC zu erblicken.

Besonders freue ich mich, dass das Buch in meinem Wunschverlag, dem Nachtschatten Verlag aus der Schweiz, erschienen ist. Ich hatte von Anfang an gedacht, dass dies der perfekte Verlag für dieses Buch sei. Ein ganz herzlicher und lieber Dank geht an das ganze Team vom Nachtschatten Verlag für die tolle Zusamenarbeit und ein wundervolles fertiges Buch. Natürlich gilt mein Dank auch Christian Rätsch für das Vorwort, welches ein schöner Einstieg in das Buch ist.

Wer noch mehr über das Thema erfahren möchte, darf sich gerne zu meinem Seminar Berauschende Bienen anmelden.

Fabian

 

Im späten Sommer bis in den frühen Herbst hinein kann man auf Wiesen, in Gärten und an Waldrändern noch einmal eine letzte gelbe Blütenpracht bewundern. Die Goldruten bilden an den immer kürzer werdenden Tage noch einmal ein richtiges Blütenmeer in dem sonst blütenkargen Grün am Ende der wamren Jahreszeiten.

Besonders für die nektarsammelnden Insekten wie Bienen und Hummeln ist diese späte Blütenpracht ein wahrer Segen. So spät im Jahr sind kaum noch andere Blüten zu finden. Die Goldruten spenden aufgrund ihres häufigen Vorkommens noch einmal eine letzte große Tracht. Gerade für die Honigbienen ist dies ein liebsames Angebot, was ihnen dabei hilft einen ausreichenden Wintervorrat an Honig anzulegen. Als Imker ist man besonders dankbar für diese Gabe der Natur, beudetet sie doch, dass die Bienen weniger Winterfutter benötigen und stattdessen auf echtem Honig überwintern können.

Kanadische Goldrute

Doch auch für uns Menschen sind die Goldruten ein kostbares Geschenk im späten Sommer. Die meisten Pflanzen sind jetzt am Ende ihrer Kräfte für dieses Jahr und die Blätter sind holzig, bitter und karg. Frisches Grün sucht man häufig vergebens. Doch die Goldruten, die sich erst spät im Jahr überhaupt erst aus der Erde trauen und bis in den Herbst hinein blühen, bieten jetzt noch die Chance auf frisches, knaickges und saftiges Grün. So lässt sich auch für uns vor dem langen Winter noch ein frischer, vitaminreicher Snack aus der Natur finden. Besonders die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) bietet mit ihren länglichen Blättern ein beliebtes Wildkraut. Die Blätter erinnern vom Geschmack an Petersilie und lassen sich wunderbar zum Würzen von Salaten und anderen Gerichten verwenden. Aber auch ganz im Wildkräutersalat ergeben sie eine aromatische Komponente.

Die Kanadische Goldrute ist ein sogenannter Neophyt. Als Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die urpsrünglich in einem Ökosystem nicht heimisch waren und erst neu aus anderen Ökosystemen dazugekommen sind. Viele vermeintliche Naturschützer sehen hier eine kritische Entwicklung und fürchten, dass Neophyten unsere Ökosysteme zerstören. Das ist jedoch sehr kurzfristig gedacht. Betrachtet man dies etwas ganzheitlicher, dann merkt man sehr schnell: alle Pflanzen sind Neophyten. Jede Pflanze und jedes Tier ist zu einem früheren Zeitpunkt einmal hier in unser Ökosystem gekommen. In der letzten Eiszeit sind gut 99 % aller Arten in Nordeuropa ausgestorben. Seit dem (und erdgeschichtlich ist seit dem nur einen kurzer Augenblick vergangen) befinden wir uns noch inmitten eines Wiederansiedlungsprozesses. Es ist also ein völlig natürlicher Vorgang, dass immer neue Arten sich bei uns ansiedeln. Und strenggenommen sind auch viele unserer beliebten „einheimischen“ Bäume Neophyten. Beipsielsweise Walsnuss und Rosskastanie kamen erst im Mittellater nach Nordeuropa. Doch die Katalogisierung der Natur begann erst später, als sie längts ein Teil unsere Kultur waren. Sie haben ihren Platz gefunden. Natürlich dauert es manchmal eine Weile, bis sich eine neue Art in einem neuen Ökosystem in ein natürliches Gleichgwciht eingependelt hat. Und da so ein Vorgang auch schonmal einen Zeitraum von einem ganzen Menschenleben in Anpsruch nehmen kann, ist es für uns schwierig solche langfrstigen Vorgänge zu verstehen. Doch die Natur findet ihren Weg.

Echte Goldrute

In der Pflanzenheilkunde wird sowohl die Kanadsche Goldrute als auch die Echte Goldrue (Solidago virgaurea), welche schon länger bei uns heimsisch ist, verwendet. Die beiden Pflanzen sind in ihrer Anwendung gleich. Sie werden hauptsächlich bei Leiden der Nieren und der Harnwege genutzt. Sie wirken harntreibend und entzündungshemmend. Sie spülen die Harnwege und die Nieren druch und reinigen. So nutzt man den Tee aus Goldrutenkraut (Blätter, Stängel und Blüten) bei Nierenbeckenentzündungen, Harnwegsinfekten, Blasenentzündung, Nierenschmerzen und zur Blutreinigung.

Früher wurde die Echte Goldrute in Noreuropa auch als Wundheilungsmittel verwendet. Das kraut hat eine leicht wundheilende Wirkung. In traditionllen Pflanzennamen wie etwa Wundkraut findet sich diese Anwendung auch in den Pflanzennamen wieder.

Eine weitere Anwendung der Goldruten war und ist, die Nutzung als Färbemittel. Mit den Blüten lasse sich Stoffe gelb, bis braungelb färben. So war die Echte Golrute vor Allem im Mittelalter ein wichtiges Färberkraut.

Aktuell steht die Kanadische Golrute in voller Blüte und es ist die beste Zeit sich seinen Vorrat Goldrutenkraut zu sammeln. Die Echte Golrute ist zumindest in Norddeutschland eher selten zu finden, so dass hier auf ein Sammeln von Wildpflanzen verzichtet werden sollte, um den Bestand nicht zu gefährden.

Text: Fabian Kalis
Bilder: www.pixabay.com, Stéphane TASSON

Mit dem Ausspruch „Mella fluant tibi“ begrüßte man sich in der Imkerschaft bei den alten Römern. Dieser Satz, der übersetzt in etwa „Möge dir der Honig fließen“ bedeutet, galt als die korrekte Anrede und ein Zeichen des Respekts und der Ehrerbietung, wenn man einen Imker ansprach. Die Bienenhaltung hatte bei den Römern eine hohe Stellung. Das grundlegende Wissen um die Bienen galt als wichtige Allgemeinbildung. Die Imker sebst waren in der Regel angesehene Leute. Natürlich gab es auch eine eigene Göttin, die den Bienen geweiht war. Sie hieß Mellonia (oder auch Mellona, oder griechisch Melissa, Melita)

Mellonia war die Göttin der Süße des Honigs, der im Altertum in Europa das einzige Süßungsmittel war. Sie war Behüterin der Bienen und gleichzeitig auch eine Fruchtbarkeitsgöttin. Dieses Zusammenspiel von Bienen und Frunchtbarkeit verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass die Bienen für einen Großteil der Berfruchtung im Pflanzenreich verantwortlich sind. Ihr Name letiet sich von dem latenischen Wortstamm „Mel“ ab, was „Honig“ bedeutet. Die Melisse (Melissa officinalis) verdankt ihren Namen ebenfalls der Bienengöttin, da sie eine wichtige Nektarquelle der Bienen ist. Mellonia wird in der Kunst häufig als schwangere Frau dargestellt, deren Buch ein Bienenkorb ist.

Reiche Edelleute im alten Rom hatten nicht selten eine eigene Bienenzucht. Im „Melarium“, dem Bienenhaus, wurden die Bienen des Hausherren gehegt. Die Arbeit übernahm ein eigens dafür ausgebildeter Sklave. Die Bienensklaven, oder auch Honigsklaven (römisch Apiarius) hatten innerhalb ihrer Sklavenstellung dennoch ein besonderes Ansehen sowohl bei ihrem Herren als auch in der Gesellschaft. Einfache Leute, die Imker wurden, blieben ihr Leben lang unverheiratet und widmeten ihre ganzes Leben den Bienen. Mit dieser Tätigkeit konnten sie eine gute wirtschaftliche und gesellschafltiche Stellung erhalten und führten ein gutes Leben.

Honig selbst galt bei den Römern als ein Allheilmittel und wurde bei Krankheiten aller Art verzehrt. Es hieß „Wer Honig isst, der bleibt gesund“. In der wohlhabenen Gesellschaft war Honig zudem ein wichtiges Nahrungsmittel, welches zu fast jedem Essen dazugehörte. Ganz gleich ob Früchte, Käse, Schinken oder gekochte Speisen, der Honig fand als Soße, Glasur oder Dressing seinen Weg in fast jede Speise der Römer. Auch als Getränk fand der Honig Verwendung. Mit Honig gesüßtes Wasser, welches als „Aqua mulsa“ bezeichnet wurde, war ein wichtiges Tagesgetränk ganz ähnlich unseren modernen Limonaden und Fruchtschorlen. Rot- und Weißwein wurden mit Honig gesüßt und als „Mulsum“ bezeichnet. Auch Glühweinähnliche Gewürzweine wurden mitHonig herhestellt. Zusammen mit Pfeffer, Safran und Mastix wurde der Honig dem Wein zugegegeben, um ein würzig wärmendes Getränk zu erhalten.

Honig galt zudem als eine Seise der Götter. Der Honig, den die Götting Mellonia der Götterwlt brachte, war eine wichtige Zutat für das göttliche Ambrosia

Die Bienenhaltung selbst war bei den Römern sehr Vielseitig. Die Bienen wurden zwar hauptsächlich in Tongefäßen gehalten, aber auch Stockbeuten und zahlreiche andere Bienenstöcke kamen zum Einsatz. Das Wissen um die Imkerei und damit auch die kultischen und mythologischen Vorstellungen haben die Römer von den Griechen übernomen, der ihrerseits ein Nachhall der altägyptischen Bienehaltung waren.

Die Körperpflege spielte bei den Römern eine wichtige Rolle. In großen öffentlichen Badehäusern war das mindestens einmal in der woche stattfindende Reinigungsritual auch für die einfache Bevölkerung zugänglich. Reiche Leute hatten ihre eigenen Badehäußer in ihrem Besitz. Auch hier fand der Honig als vitalisierende und hautreinigende Körperlotion oder zusammen mit Eselsmilch als Badezusatz seinen Einsatz. Die Frauen nutzen Bienenwachs und Honig um sich Körperhaare zu entfernen.

Willst du mehr über die spannenden Welten rund um die Bienen erfahren? Dann komm zum Seminar „Berauschende Bienen“ am 22.08.2020. Jetzt noch schnell anmelden und die letzten Teilnahmeplätze sichern!

Text: Fabian Kalis

Bildnachweis: Taccuino sanitatis, 14tes Jahrhundert

Quellen:

Crane, Eva: The World History of Beekeeping and Honey Hunting, Routledge,1999

Crane, Eva: The Archaeology of Beekeeeping, Cornell University Press, 1983

Bienenzuchtverein Sulzbach Rosenberg: „mella fluant tibi“ Bienen und Honig im antiken Rom“

 

Anfang Juli fand die diesjährige Vollmond-Kräuternachtwanderung statt. Mit vier mutigen Teilnehmern machten wir uns spät am Abend auf in den immer dunkler werdenden Wald. Mit dem noch verbliebenen Resttageslicht wirkte der Wald einladend. Zunächst war im abendlichen Dämmerlicht noch vieles gut mit den Augen zu erkennen, dennoch lag der Fokus natürlich auf der Wahrnehmung der Pflanzen über unsere anderen Sinne. Langsam tauchten wir so mit dem schwindenen Licht immer mehr in das Dunkel ein. Da es in dieser Nacht ziemlich bewölkt war, war vom Vollmond nicht viel zu sehen, was schade war, denn in der Nacht wäre eine partielle Mondefinsternis zu sehen gewesen. Die Wolkendecke sorgte aber für eine noch dunklere Waldatmospähre, in der wir uns voll und ganz auf unsere Sinne abseits des Augenlichts konzentireren konnten.

Es ist erstaunlich wie viel Leben in der Nacht im Wald erwacht. Tagsüber sind die meisten Tiere sehr scheu und zurückgezogen. Sie wissen um die vielen Menschen, die auf den Wegen umherspazieren. Fernab und weit geflüchtet vor uns Menschen warten die Teire auf die Ruhe der Naht, in der sie ungestört ihren Wald für sich haben. So bemerkten wir während der Nacht im Wald eine Vielzahl an knackendem Geraschel direkt im Dickicht neben uns. Sehen konnten wir natürlich nicht, welche Tiere sich dort aufhielten. So blieben sie für uns die unsichtbaren Waldgeister, die schon in früherer Zeit zu so mancher Legende inspirierten. Ein paar dieser Waldgeister offenbarten ihre Gestalt dann aber doch,  jedoch nicht durch ihr Aussehen sondern viel mehr durch ihre Laute. Ein tiefes Grunzen aus dem Geäst neben uns verriet, welche Waldteire uns da irritiert über die nächtlichen Besucher neugierig musterten.

Unbeirrt führten wir unser Sinnesabenteuer im Dunkel der Nacht fort. Besonders die stark aromatischen Pflanzen oder Pflanzen mit besonderer Haptik waren natürlich am besten geeignet, um sich ihnen Nachts anzunähern. Doch das Programm der Wanderung wurde alsbald von einem ganz andren Phänomen unterbrochen. Ein magisches Leuchten inmitten des dunklen Waldes zog die Teilnehmer in ihren Bann. Sofort richtete sich der Fokus weg von den Pflanzenwahnemungen zu dem seltsamen Leuchten und ohne zu überlgen wanderten die Teilnehmer tiefer ins Dickicht des Waldes hin zu dem mysteriösen Licht. Kein Wunder, das diese Leuchterscheinungen früher als Irrlichte bezeichnet wurden, denen man nachsagte, sie würden einsame Wanderer nachts immer tiefer in den Wald locken, bis sie sich verirren oder in den Sümpfen und Mooren ertinken. Man hielt sie für Geistwesen aus dem Totenreich, die nur darauf warteten, die armen Seelen der Menschen ins Verderben zu locken. Wer einmal so ein Irrlicht in der Finsterniss des Waldes gesehen hat, der weiß, welche ungeahnte Anziehungskraft so ein Licht im Wald ausstrahlt.

Nähert man sich der Lichtquelle aber zu sehr, verblasst das Leuchten und man bleibt allein und ohne Orientierung inmitten des tiefen Waldes zurück. In unserem Fall ging natürlich niemand verloren, der Zauber der Irrlichte blieb jedoch mit einiger Faszination ein steter Begleiter der weiteren Nacht. Immer mal wieder vernahmen wir links und rechts vom Weg das schwache kleine Leuchten am Boden des Waldes. Auch die moderne Erkenntnis, dass es sich bei den Irrlichten nicht um Gesitwesen sondern um Glühwürmchen (die korrekte Bezeichnung ist eigentlich Leuchtkäfer) handelte, welche in den Sommermonaten häufig in den Wäldern auszumachen sind, nahm dem Phänomen nichts von seiner magischen Pracht.

Nachdem wir viele Pflanzen auf eine ganz besonere Art und Weise kennengleernt hatten, und jeder Teilnehmer mit meditativen Wahrnehmungsübungen ganz für sich allein in die nächtliche Waldwelt eintauchen konnte, machten wir uns auf, den Wald wieder zu verlassen. Der grelle Schein der Straßenlaternen, als wir uns dem Waldausgang näherten, tat fast schon in den Augen weh. Erst wenn man eine Weile in der Dunkleheit des Waldes fernab von allen Lichtern verbracht hat, wird einem bewusst, wie sehr unsere Straßen und Sätdte eignetlich auch in der Nacht vor hellem Licht nur so strahlen. Als Dunkelheit kann man das städtische Nachtleben wirklich nicht bezeichnen. Mit einem Blick zurück in den Wald, stellt man dann schnell fest, wie düster es eigentlich im Wald war. Alle Teilnehmer fühlen sich aber sehr geborgen und beschützt in der nächtlichen Waldatmosphäre. Als bedrohlich wurde der Wald bei Nacht nicht wahrgenommen. Und so verabschiedeten wir uns dann nach einem kruzen Austausch über die Erfahrungen und Eindrücke in die Nacht. Ich freue mich schon auf das nächtse mal.

 

Nachdem die weiße Holunderblüte schon im Frühling den Sommer angekündigt hat (im phänologischen Jahreskreis ist die markiert die Holunderblüte den Beginn des Sommers), haben sich auch viele andere Sommerblüten einer frühen Schau angeschlossen. Nachdem die großen Flächen mit gelbem Löwenzahn und die Rapsfelder langsam dem späten Frühling wichen, merkte man bei den Bienen eindeutig, dass das Nahrungsangebot einen großen Rückgang verzeichnetete. Für die Bienen ist es daher umso schöner, dass die Trachtlücke zwischen Frühtracht udn Sommertracht in diesem Jahr recht kurz ausviel.

So blühte die Brombeere bereits auch schon wenige Tage vor Mitsommer und hält seitdem ihre zarten Blüten inmitten der dornigen Ranken für allerlei Insekten zum Besuch bereit. Bei der Menge an Bestäubern, die derzeit in den Blüten unterwegs sind, ist auf eine Reiche Brombeerernte zu hoffen. Die Brombeeren waren früher übrigens ein beliebtes Obst bei Opernsängern. Der vitaminreiche Saft aus den Früchten ist sehr gut für unsere Stimmmbänder und beugt Heiserkeit vor. Auch bei einer überbeanspruchten Stimme verschaffen sie schnell Linderung.

Auch die Linde ist nun Ende Juni bereits in voller Blüte. Die Lindenbäume summen und brummen wie ein lautes Sommerkonzert der zahlreichen verschiedneen Bestäuber. Bienen, Hummeln und allerhand Getier labt sich an den ergibiegen Lindenblüten. Diese lieblichen Pflanzenteile werden jetzt gerne auch von uns Menschen gesammelt, getrocknet und dann als Lindenblütentee in der Pflanzenheilkunde genossen. Die Lindenblüten verkörpen dabei die strahlende Kraft der Sonne,  Sie können uns auch im Winter das Gefühl vermitteln unter einer sommerlich summenden Linde zu Sitzen. Mit dieser warmen Sonnekraft vertreiben sie Erkältungskrankheiten.

Etwas auf sich warten ließ aber das Johanniskraut, dessen Blüte eigentlich die Sommersonnenwende begleitet. Viele Pflänzlein zeigen erst jetzt Ende Juni ihre gelben Blüten.

Ein weitere Schmauß für die Bienen ist die Rosskastanie, welche ebenfalls sehr früh mit Ihren kerzenartigen Blütenständen majestätisch Richtung Himmel ragte. Leider waren hier nur wenig Bestäuber zu finden. Bienen habe ich in diesem Jahr nicht an einer einzigen Kastanienblüte gesehen.Nur ein paar vereinzelte Hummeln besuchten die Blüten. Die Rosskastaniensamen werden in der Pflanzenheikunde zur Stärkung der Venen und anderer Blutgefäße genutzt. So helfen sie auch bei Krampfadern und Hämorhiden. Die Blüten werden als Tee aufgegossen als ein Mittel gegen Erkältungskrankheiten genutzt. Der Honig aus dem Nektar der Kastanie ist von dunkler brauner Farbe und hat einen sehr kräftigen und leicht bitteren Geschmack. Er ist eine wahrliche Delikatesse, die aber nicht bei allen Honigfreunden auf Aklang stößt.

Mit Beginn des Sommers nähert sich auch die Schwarmsaison bei den Bienen dem Ende. In diesem Jahr waren allerdings sehr wenig Schwärme unterwegs. Von meinen eigenen Bienen ist kein Volk geschwärmt. Ebenso hatte ich nur wenige Anfragen zum Einfangen von Bienenschwärmen. Es ist eben nicht jedes Jahr ein Schwarmjahr. Es heßt aber in der Imkerschaft: Schwarmjahre sind keine Honigjahre und Honigjahre keien Schwarmjahre. Bei dem derzeitgen Blütenangebot und den wenigen Schwärmen im Frühjar ist also auf eine reiche Honigernte zu hoffen.

 

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Innerhalb der Familie der Korbblütler gibt es die Gattung der Berufkräuter, welche aufgrund ihres Namens häufig für etwas Verwirrung sorgen. Exemplare dieser Pflanzengattung (Erigeon spp.) finden sich fast auf der gesamten Erdkugel, die meisten in Nordamerika. Bei uns in Mittel- bis Nordeuropa sind ledgilich 9 verschiedene Arten heimisch. Die meisten Arten sind ein- oder zweijährig, nur wenige ausdauernd, manche sogar immergrün. Typisch ist dabei die Korbblüte, die sich aus vielen einzelnen kleinen Blüten zusammensetzt, die von den länglichen Hüllblättern umrandet werden. Bei vielen Arten erinnert die gelb, weiße Blüte an die von Gänseblümchen. In der Tat ist die Familie der Gänseblümchen nahe mit den Berufkräutern verwandt. Ebenfalls bilden die meisten Arten, auch ganz gleich dem Gänseblümchen, eine Blattrosette am Boden. Die Blätter sind dabei stets wechselständig.

Der botanische Pflanzename Erigeon leitet sich von den griechischen Wörtern „eri“ (früh) und „geron“ (Greis) ab. Er ist ein Hinweis auf ein weiteres typisches Merkmal der Berufkräuter, nämlich die weiß wolligen Früchte, die sich alsbald nach der Blüte bilden.

In der Pflanzenheilkunde werden die verschiedenen Berufkräuter kaum angewandt. In den wnigsten Kröuterbüchern finden sihc Einträge zu diesen Pflanzen. Lediglich in älteren Büchern finden sich verzeinzelt Angaben zur Anwendung. Dabei sind die gerb- und bittersstoffreichen Pflanzen  gute Helfer bei vielerlei Leiden. Die Gerbstoffe sind innerlich angewandt hilfreich gegen Durchfall.  Hierzu mach man am besten einen Sud aus dem Pflanzematerial. Es wird dabei das komplette oberirdische Pflanzematerial inklusive Blüten und Stängel verwendet. Äußerlich helfen Abkochungen aus dem Kraut gegen entzündliche Leiden der Haut. In der Praxis besonders hilfreich bei Ekzemen, Neurodermitis oder als Sitzbad für einem wunden Babypopo. Auch eine schleimlösende sowie entzündungshemmende Wirkung wird dem Tee aus Berufkräutern zugeschrieben. Damit sind sie auch ein beliebtes Mittel gegen Erkältungskrankheiten und Husten. Sie wirken zudem schweißtreibend und unterstützenn das Fieber, welches ja ein wichtiges Mittel unseres Immunsystems im Kampf gegen die Krankheitserreger ist. Auch gelten sie als allgemein stärkendes Tonikum. Zudem sollen die Berufkräuter gegen Entzündungen im Mund und Rachen hilfreich sein. In der Pflanzenheilkunde wird zumeist das einjährige Berufkraut (Erigeon annuus) verwendet. Aber auch die anderen Arten sind gleichsam wirksam.

kahles Berufkraut

Doch was hat es denn nun mit dem Namen Berufkraut auf sich? Mit Beruf im Sinne von Arbeit hat es natürlich rein gar nichts zu tun. Der Name leitet sich ab von „berufen“, einem alten Wort für verzaubern. Wer mit einer schadhaften Intention verzaubert oder verhext wurde, der war berufen oder auch beschrien. Solche Verzauberungen galten als Urpsrung von Krankheiten und Leiden. Indem man den Berufenen nun mit einem Sud aus einem Berufkraut gewaschen hat, wurde der Schadzauber vom Kranken abgewaschen und auf die Pflanze übertragen, der Gpelagte wurde so geheilt. Insbesondere Babys, die besonders viel schrien, galten als beschriene Seelen. Eine Waschung mit Berufkräutern sollte hier Hilfe bieten und die bösen Mächte von den jungen Menschlein entzaubern. Neben den heute botanisch als Berufkräuter bezeichneten Pflanzen wurden früher auch einige andere nicht näher verwandte Pflanzenarten ebenfalls für diesen Zweck genutzt und als Berufkräuter bezeichnet. Im Volksgauben soll ein vor die Stirn gebundenes Berufkraut Verrückheit und Wahnsinn heilen. Ebenso finden wir die Bedeutung des Berufens auch in unserem Wort „Berufung“. Unsere Berufung ist nämlich der Lebenssinn oder Zweck, mit dem uns die Götter bereits vor unserer Geburt berufen haben. Es ist unsere angezauberte Bestimmung im Leben. Wir sind sozusagen berufen eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Und genau wie uns eine angezauberte schadhafte Berufung Übel bereiten kann, so bringt es uns kein Glück, wenn wir unserer von den Göttern angezauberten Berufung nicht folgen. Und da die Götter in der Regel viel mächtiger sind als die Hexen und Hexer und unguten Geister, die uns böses wollen, hilft auch kein noch so starker Sud aus Berufkräutern um unsere eigentliche Berufung im Leben abzuwaschen.

Einjähriges Berufkraut

Der englische Name „fleabane“ bedeuted „Flohbann“ und gibt einen Hinweis auf die Verwendung der Pflanzen zur Abwehr von Flöhen. Auch als essbarer Wildsalat sind die Berufkäruter zu nutzen. Die Blätter schmecken leicht bitter, sind aber in der Regel sehr zart und ansonsten mild und lieblich in ihrem Geschmack. Die Blüten sind ebenfalls genießbar.

In Deutschland kommt das Einjährige Berufkraut am häufigsten vor. Es ist auch unter den Namen „Weißes Berufkraut“ oder „Feinstrahl“ bekannt. Ursprünglich als Neophyt als Zierpflanze aus Ameriak eingewandert hat es sich schnell ausgewildert und kommt nun wildwachsend relativ häufig vor. Heutzutage haben die Berufkräuter mit ihren zahlreichen Zuchtformen hauptsächlich Bedeutung als Zierpflanze. Wild wachsende Exemplare der urpsrünglich bei uns einheimischen Berufkräuter sind selten geworden.

Text: Fabian Kalis

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