Kategorie: Pflanzen

In vielen Gärten, in Wäldern, in Hecken und Gebüschen tauchen im Frühling kleine Pflänzchen mit rosa- bis lilafarbenen Blüten auf, die in großer Anzahl etwas Farbe in die sonst noch farb- und laubkarge Frühlingswelt bringen. Nur 15 cm – 30 cm hoch und mit kleinen gefiederten Blättern zeigt hier eine typische Frühlingspflanze ihren kurzen Auftritt. Kaum sind die Blätter ausgetrieben, blüht das kleine Kraut und schon und ist bereits nach wenigen Wochen bestäubt, versamt und verschwindet genauso schnell und plötzlich wieder, wie es gekommen ist. In dieser frühen Blütezeit finden sich zahlreiche Insekten, wie etwa Honigbienen und verschiedene Hummel- und Wildbienenarten an den Blüten und bedienen sich am reichen Angebot der beliebten Blüten. Die Rede ist vom Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava). Mittlerweile ist der Lerchensporn eine beliebte Zierpflanze in naturnahen Gärten. Von vielen Gärtnern wird er jedoch als Rasenunkraut empfunden und schnellstmöglich übergemäht oder ausgegraben. Um den Bienen und anderen Insekten jedoch etwas Gutes zu tun, sollten die prachtvollen Blütenpflanzen jedoch auch in aufgeräumten Gärten ihren Platz finden dürfen. Ihr Wuchs uns ihre Blütezeit sind nur kurz und so früh im Jahr, dass man das erste Mähen auch auf das Ende der Blütezeit dieser Pflanzen schieben kann. Werden die kleinen Pflanzen direkt nach der Blüte abgemäht, erfolgt auch keine Versamung und eine weitere Verbreitung, die den „schönen“ Zierrasen zerstören könnte, ist nicht zu erwarten. Es gibt also kein Argument dagegen, diese nützlichen und schönen Pflanzen auch zumindest stellenweise in konventionellen Gärten wachsen zu lassen. Die Bienen und Hummeln und andere Insekten werden es danken.

Der Hohle Lerchensporn gehört zur Gattung der Lerchensporne (Corydalis), in der es rund 300 verschiedene Arten gibt, die vornehmlich auf der Nordhalbkugel in den gemäßigten Gebieten vorzufinden sind. Typisch ist bei allen Arten die Blütenform mit einem Sporn an dem Kronblatt. Dadurch weisen die Blüten eine gewisse Ähnlichkeit mit der Erscheinung der Haubenlerche (Galerida cristata) auf, was diesen Pflanzen ihren Namen gegeben hat.

Hohler Lerchensporn mit Blüten

Die Lerchensporne bilden nach der Blüte kleine Schoten, in denen schwarz glänzende Samen zu finden sind. Viele Arten bilden zudem unterirdische Knollen als Überwinterungsorgane. So kommt es, dass die Pflanzen im Frühjahr an den immer gleichen Stellen wieder wachsen.

Die Haubenlerche: Namensgeber für den Lerchensporn

Am meisten verbreitet ist in Deutschland der Hohle Lerchensporn, der auch Hohlknolliger Lerchensporn genannt wird. Sowohl der deutsche Name als auch der botanische Artenname cava (von lateinisch cavus = hohl) deuten auf die hohlen Knollen hin, die typisch für diese Art sind. Diese Pflanze wächst in Gruppen und bildet pro Pflanze bis zu 20 Blüten, die in einer Traube zusammenstehen. De Lerchensporn wächst gerne an schattigen Plätzen in Gärten, in Laubwäldern, in Gebüschen und mag lockeren, nährstoffreichen Lehmboden.

Der Hohle Lerchensporn gilt als schwach giftig. Teilweise wird in der Literatur zumindest für die unterirdischen Pflanzenteile aber sogar eine starke Giftigkeit angegeben. Inwieweit schwere Vergiftungen tatsächlich auftreten, ist fraglich. Zumindest für die oberirdischen Pflanzenteile finden sich aber keine Hinweise auf schwere Vergiftungsfälle. Hauptverantwortlich für eine potenzielle Giftwirkung sind die Wirkstoffe Corydalin, Bulbocapnin sowie Tetrahydropalmatin, ein Alkaloidgemisch, welches zum Blühbeginn in seiner höchsten Konzentration in der Pflanze zu finden ist. In der frischen Knolle kann der Alkaloidgehalt bis zu 2 % betragen. Neben diesen Alkaloiden finden sich noch eine Reihe anderer Wirkstoffe in geringer Konzentration, die für die Wirkung mit verantwortlich sind.

Blüte des Lerchensporn

Der Lerchensporn erzeugt bei Einnahme entsprechend großer Mengen eine katalepsieartige Bewegungsarmut bis hin zu einer vollständigen Aufhebung der willkürlichen und reflektorischen Bewegungen ohne dabei jedoch eine Muskelerstarrung zu verursachen. Hohe Dosierungen sollen zudem hypnotisch Wirken. Diese Wirkungen werden vor allem dem Alkaloid Bulbocapnin zugeschrieben. Weiterhin wirkt der Lerchensporn sedativ und tranquilierend, wofür vor allem der Wirkstoff Tetrahydropalmatin verantwortlich ist. Aufgrund dieser Wirkungen wurde der Lerchensporn früher als Heilpflanze verwendet. Obwohl unerwünschte Nebenwirkungen bei korrekter Dosierung nicht auftreten, wird in moderner Zeit von der Verwendung dieser Pflanze aufgrund möglicher Vergiftungen bei falschen Dosierungen abgeraten.

Blätter des Lerchensporn

Die hypnotsiche, beruhigende und sedierende Wirkung der Pflanze, war eine der Hauptanwendungen in er früheren Pflanzenheilkunde. Als es noch keine Anästhetika gab, verwendete man den Lerchensporn als Beruhigungsmittel während Operationen. Weiterhin galt die Wurzelknolle verschiedener Lerchensporne, die früher alle als Holwurz bezeichnet wurden, nach dem kräuterkundigen Tabernaemontanus als wundheilend und leberstärkend und als ein Mittel „wider alles Gift“. In Osteuropa werden die stärkehaltigen Wurzelknollen zudem als Nahrungsmittel genutzt. Dies ist ein Hinweis darauf, dass eine entsprechend starke Giftwirkung, wie sie in der Literatur oft angeben wird, anzuzweifeln ist. Auch wurde die Pflanze früher bei Entzündungen der Schleimhäute und der Atemwege, sowie bei Rheuma und Gicht angewendet.

Text: Fabian Kalis

Bilder:

Pflanzenportrait: Dr. Erich W. Schreiner, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons, unverändertes Bild

Haubenlerche: Artemy Voikhansky, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons, unverändertes Bild

Laubblätter:  Kristian Peters, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons, unverändertes Bild

Blüte: Fritz Geller-Grimm, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons, unverändertes Bild

 

 

 

 

Immer mehr Menschen fangen an, die konventionelle Ideologie des ewigen Wachstums, der Profitmaximierung und der maximalen Ausbeutung sämtlicher Rohstoffe infrage zu stellen und erkennen den Sinn nachhaltiger Ansätze. Sie beginnen die Dinge in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu sehen und somit auch ökologische Zusammenhänge zu verstehen und mitzuberücksichtigen, wenn es um die eigenen Entscheidungen geht. Das ist eine sehr positive Entwicklung. Unter Ihnen finden sich natürlich auch zahlreiche Bauern, Tierfarmer & Hobbytierhalter. Im Rahmen dieser Neuausrichtung des eigenen Blickwinkels besinnen sich viele Menschen wieder auf altes Wissen, auf alte Betriebsweisen, auf all die fast vergessenen Konzepte, die es den Menschen vor der Industrialisierung der Landwirtschaft ermöglichten, eine nachhaltige Bewirtschaftung der Natur zu gestalten.

Ein Aspekt dieser Rückbesinnung ist es, sich wieder mit Gemüse-, Obst- oder Futterpflanzen zu befassen, die im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind, da sie in der Welt der intensivierten Monokulturen nicht mehr zukunftsfähig waren. Sie brauchen eine nachhaltige Anbaumethode und ein ökologisch ausgewogenes Umfeld, damit sie gedeihen. Etwas wofür in der modernen, konventionellen Landwirtschaft kein Platz ist. In einer Zeit, in der aber langsam ein Sinneswandel in vielen Köpfen vor sich geht und der Sinn und Vorteil nachhaltiger Anbaumethoden wieder einen vermehrten Anklang findet, werden auch die Vorteile der alten Sorten wiedererkannt. Viele dieser alten Sorten besitzen nämlich eine geballte Pflanzenpower, die in modernen Arten und Züchtungen ihres gleichen sucht. So enthalten manche der alten, fast vergessenen Nutzpflanzen eine deutlich höhere Nährstoffkonzentration, einen höheren Eiweiß- oder Zuckergehalt oder sogar heilende Wirkungen. Sie sind in der Regel robuster gegenüber Witterung und Schädlingen und benötigen daher keine Wachstumsverstärker, künstliche Düngemittel oder Herbizide, Fungizide, Pestizide und Neonicotinoide.

Eine dieser fast vergessenen Futterpflanzen ist die Esparsette. Die Esparsetten sind eine Gattung in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabacae), auch Leguminosen genannt. Viele Pflanzen innerhalb dieser Familie haben eine lange Geschichte der Nutzung als Futterpflanzen und auch moderne Züchtungen einiger weniger Arten machen auch heute noch einen Großteil des Viehfutters in der modernen konventionellen Landwirtschaft weltweit aus. Zu ihnen gehören unter anderem Alfalfa, Lupine, Klee und Sojabohnen. Die Esparsetten kennt heute jedoch kaum noch einer.

Bis zum Beginn der modernen Agrarindustrie war vor allem die Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) eine beliebte Weide- und Futterpflanze. Sie wurde in Europa seit dem 16ten Jahrhundert großflächig angebaut und diente als nahrhafte und widerstandsfähige Weide- und Futterpflanze. Da sie sich jedoch schlecht in Monokulturen anbauen lässt und sie eine intensiv Nutzung und Überweidung schlecht verträgt, wurde sie in moderner Zeit durch andere Arten wie etwa Alfalfa verdrängt. Wie alle Leguminosen ist auch die Esparsette ein Bodenverbesserer. Leguminosen leben symbiotisch mit stickstoffbindenen Bakterien und sind so in der Lage Stickstoff aus der Luft aufzunehmen und zu verarbeiten und so im späteren Verlauf dem Boden zuzuführen, wo er dann für andere Pflanzen verfügbar ist. Mit Wurzeln, die bis zu einer Tiefe von 4 Metern hinabreichen, ist die Esparsette ein Tiefwurzler. Der Wuchs dieser Pflanzen lockert somit den Boden bis in tiefe Schichten und wirkt so auf eine weitere Art und Weise Boden verbessernd.

Die Esparsette hat einen sehr hohen Gehalt an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders für die eiweißreiche Ernährung von Milchvieh ist sie daher eine geeignete Futter- und Weidepflanze. Aber auch Pferde fressen die nährstoffreichen Pflanzen gerne. Sie sollten jedoch nicht zu viel auf einmal aufnehmen, da ein zu viel an Proteinen sich negativ auf das Verdauungssystem der Pferde auswirken kann.

Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Die Esparsette hat jedoch noch weitere Inhaltsstoffe, die sie in ihrer Wirkung von anderen Pflanzen aus der gleichen Familie unterscheidet: Die Esparsette enthält Tannine. Tannine sind pflanzliche Gerbstoffe. Diese Stoffe binden Wasser, wirken antiseptisch, entzündungshemmend, antiparasitär und blutstillend. Die Esparsette wirkt somit als Futterpflanze vorbeugend gegen Darmparasiten, Durchfallerkrankungen und Kotwasser. Diese Eigenschaft ist es, die die Esparsette wieder vermehrt in das Licht der modernen Futterpflanzen rücken lässt. Ein wieder weitläufiger Anbau auf den ohnehin häufig völlig überweideten Pferdeweiden ist zwar für diese alte Pflanze noch nicht in Sicht, im Pferdebedarfshandel findet man aber zunehmend auch Heucobs (aus getrocknetem Pflanzenmaterial gepresste Pellets) die aus dieser fast vergessenen Futterpflanze hergestellt werden. So haben auch Hobbytierhalter die Möglichkeit ihren Tieren diese Pflanze zur Verfügung zu stellen und die besondere Wirkung für ihre Tiere nutzbar zu machen.

Ihren Namen hat die Pflanze übrigens von dem französischen Wort Esparcet, was übersetzt Süßklee bedeutet und die nahe Verwandtschaft und Ähnlichkeit dieser beiden Pflanzengattungen zum Ausdruck bringt.

Doch nicht nur Pferdehalter und Milchbauern können sich an den positiven Wirkungen dieser alten Nutzpflanze erfreuen, auch die Bienen und andere Nektar sammelnde Insekten lieben die rosa-weiß blühenden Schmetterlingsblüten. Die Esparsette bietet eine große Menge an Nektar und Pollen und ist daher auch als Bienenweide für Imker und als Nahrungsquelle für Wildbienen und andere Insekten eine wichtige Pflanze.

Text: Fabian Kalis

Bildnachweis: Eric Steinert, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Mit dem Frühling sind auch die ersten wilden Leckereien in der Natur zu finden. Bereits an den ersten warmen Sonnentagen kann man in den Wäldern, in Gärten und an Wegesrändern eine schmackhafte Frühlingsnascherei entdecken. Die Rede ist von Kätzchen. Damit sind natürlich nicht die kuscheligen Vierbeiner gemeint, die als beliebtes Haustier in den Gärten herumschleichen. Es geht um die Blütenkätzchen verschiedener Bäume und Sträucher. Diese eiweißreichen Pollenspender sind oftmals nicht weniger flauschig als ihre tierischen Namenskollegen, können aber auch bedenkenlos von Veganern gegessen werden.

Auch Birkenkätzchen sind eine geballte Ladung an Frühlingskräften.

Besonders schmackhaft sind die gelben Haselkätzchen, die teilweise bereits im Januar oder Februar an den noch kahlen Haselsträuchern zu finden sind. Diese länglichen Würmchen lassen sich aufgrund der oft bodennahen Äste der Sträucher gut sammeln. Wichtig hierbei: Nie zu viele Kätzchen auf einmal sammeln. Auch unsere tierischen Mitbewohner erfreuen sich an den Kraftpaketen. Bienen sammeln hier den ersten Pollen des Jahres, Rehe und anderes Wild benötigen die energiereichen Blüten, um das karge Nahrungsangebot des Winters zu überstehen. Und auch Pferde, so man sie denn lässt, fressen die leicht süßlichen Vitaminspender ebenfalls sehr gerne. Und bei all dem Schmaus möchte der Haselstrauch schließlich auch noch genügend Pollen in den Wind abgeben, um eine ausreichende Bestäubung zu gewährleisten. Und wir freuen uns doch auch, wenn es im Herbst eine reiche Haselnussernte gibt.

Haselstrauch mit vielen Haselkätzchen im Frühling

Die Haselkätzchen können natürlich einfach pur direkt wie sie vom Strauch kommen gegessen werden, noch leckerer werden sie aber, wenn man sie nach folgendem Rezept zubereitet und anrichtet:

Süße Haselkätzchen Nascherei

Die Haselkätzchen in einer Pfanne in Gänseschmalz anbraten bis sie leicht gold-braun sind. Eine Scheibe Weißbrot ebenfalls in dem Fett knusprig toasten. Die fertigen Haselkätzchen auf das Toast geben und nach Belieben mit etwas Honig oder Apfelmus übergießen. Fertig ist eine leckere Süßspeise für Groß und Klein.

Die Haselkätzchen enthalten bis zu 20 % Eiweiß, bis zu 10 % Aminosäuren, viele unterschiedliche Vitamine und wichtige Spurenelemente. Sie sind ein wahres Kraftpaket in der Frühlingskur mit wilden Pflanzenleckerein. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn man auf den Pollen allergisch ist. In dem Fall sollte man auf den Genuss der sehr pollenhaltigen Kätzchen verzichten.

Auch die Blüten der Birken lassen sich wunderbar als Nahrung nutzen. Da sie aber meistens nur in den hohen Baumkronen zu finden sind, ist ihre Ernte weitaus schwieriger als bei den Haselkätzchen. Manchmal findet man jedoch junge Birken, die mit ihren Blüten noch nicht so hoch hinaus sind. Die Birkenkätzchen lassen sich genauso zubereiten wie die Haselkätzchen, sind aber etwa kräftiger im Geschmack. Hier eignet sich daher auch ein etwas herzhafteres Rezept:

Rührei mit Schinken und Birkenkätzchen

Etwas Schinken und eine Zwiebel würfeln und in Fett anbraten. Sobald die Zwiebeln glasig sind, werden die Birkenkätzchen mit dazugeben und kurz mit gebraten. Anschließend die nach belieben gewürzten, verquirlten Eier dazugeben und unter gelegentlichem Wenden solange braten, bis das Ei die gewünschte Konsistenz hat. Fertig ist eine deftige Speise, die einen mit einer geballten Ladung an Eiweißen, Fetten und Nährstoffen versorgt. Die Blütenkätzchen bringen dabei eine leichte Süße mit in den Mix, die hervorragend mit der salzigen und kräftigen Note der Speise harmoniert. Natürlich können hierfür auch die Haselkätzchen verwendet werden.

Text: Fabian Kalis

Bild: www.pixabay.com, Fabian Kalis

Auch wenn, dieser Ausruf der Überraschung wahrscheinlich zuletzt bei unseren Großeltern zeitgemäß wahr, so kennen auch heute noch viele seine Bedeutung. Man drückt mit diesem Spruch ein Erschrecken über ein unerwartetes Ereignis aus. Weit weniger bekannt ist allerdings die Herkunft dieser Redewendung. In ihr versteckt sich nämlich ein Hinweis auf alte Pflanzenzauber und Frühlingskräuter.

Löwenzahn und Gänseblümchen: typische Frühlingskräuter der Grünen Neune. Auch die Bienen frühen sich.

Die Grüne Neune, Neunkräutersegen, Neunkräuterzauber oder auch neunerlei Kräuter sind traditionelle Bezeichnungen für eine Zubereitung aus 9 verschiedenen Frühlingskräutern. Diese Mischung wurde in alten Tagen als Frühjahrskur genutzt, um den Mangel des Winters auszutreiben. In Zeiten in denen es noch keine Supermärkte mit ganzjährig aus aller Welt importierten Gemüsearten gab, war es schwierig, sich über den Winter mit ausreichend frischem Grün und somit den nötigen Vitaminen zu versorgen. Viele Menschen litten daher an Vitaminmangel, auch bekannt als Skorbut. Früher nannte man diese Krankheitserscheinung Scharbock und man stellte sich vor, dass ein bocksbeiniger Winterdämon hierfür verantwortlich war. Mit dem stark Vitamin-C-haltigen Scharbockskraut, welches mit als Erstes sein Grün in die Frühlingssonne streckt, konnte man diesen Wintergeist aus den Körpern vertreiben. Daher erinnert noch heute der Name dieses Krautes daran.

Neben dem Scharbockskraut gibt es natürlich noch zahlreiche andere Frühlingskräuter mit ähnlichen Eigenschaften. Welche genau davon zu der grünen Neune gehörten, unterscheidet sich je nach Region ein wenig. Das ergibt Sinn, bedenkt man, dass in unterschiedlichen Regionen ja auch unterschiedliche Pflanzen vermehrt vorkommen. Man benutzte, was man kannte und was häufig zu finden war.

Pflanzen, die aber fast überall in dem Neunkräutersegen zu finden waren sind Wegerich (Plantago spp.), Beifuß (Artemisia spp.) und die Brennnessel (Urtica spp.). Häufig findet man auch den Löwenzahn (Taraxum spp.), Gänseblümchen (Bellis perennis) sowie Vogelmiere (Stellaria media) in den Rezepten und Überlieferungen. Weiterhin kommen je nach Region noch die Grundelrebe (Glechoma spp.), Knoblauchrauke (Alliaria petoliata), Giersch (Aegopodium podragaria), Schafgarbe (Achillea millefolium), Bärlauch (Allium ursinum), Kamille (Matricaria chamomilla) oder auch das oben genannte Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) mit dazu. Alle diese Kräuter haben gemeinsam, dass sie eine große Menge an Vitaminen enthalten (hauptsächlich Vitamin C) und bereits im zeitigen Frühling ihre zarten Blätter aus der teilweise noch schneebedeckten Wintererde treiben. Einige von Ihnen wirken zudem blutreinigend und blutbildend (Löwenzahn, Brennnessel) andere wirken antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend und sind somit gut gegen die typischen Erkältungskrankheiten des Winters (Knoblauchrauke, Bärlauch, Kamille). Ebenfalls finden sich in diesen Frühlingskräutern viele wichtige Spurenelemente, Eiweiße und andere Nährstoffe, die die Müdigkeit austreiben und die Frühlingskräfte in einem wecken.

Diese Kräuter wurden in der Regel frisch und roh gegessen. Gelegentlich kochte man auch eine Kräutersuppe aus ihnen. Auch als Heilkräutertee fanden sie ihre traditionelle Anwendung in einigen Gegenden. Aus einer modernen Betrachtungsweise macht jedoch die rohe Verwendung am meisten Sinn, da beim Erhitzen viele der Vitamine zerstört werden.

Den Ursprung dieser besonderen neunerlei Kräuter findet man in der Lacnunga, einer Sammlung altenglischer Kräuterheilmethoden aus dem 9. bis 10. Jahrhundert. Hier findet sich der Nine Worts Galdor (Nine Herbs Charm, Neun Kräuter Zauberspruch), in dem die Zubereitung und Wirkung von neun magischen Kräutern beschrieben wird. Diese Dichtung gliedert sich in drei Teile, wobei zunächst die Pflanzen beschwört werden. Hierbei werden die Pflanzen nach und nach angesprochen und es wird begründet, warum gerade diese Pflanze eine so besondere Wirkung hat. Der zweite Teil ist der Zauberspruch, ohne den sich die heilenden Wirkungen der Kräuter nicht entfalten können und im letzten Teil wird ein genaues Rezept zur Herstellung einer wirksamen Medizin aus den neun Kräutern genannt. Bei einigen der in diesem Text genannten Pflanzenangaben ist man sich jedoch nicht sicher, um welche Pflanzen es sich botanisch handelt. Zweifelsfrei wurden jedoch der Wegerich (im Text: wegbrade), Beifuß (im Text: mucgwyrt) und Brennnessel (im Text: stiðe) identifiziert.

Hier ein Auszug aus dem Originaltext des Nine Worts Galdor mit deutscher Übersetzung:

Ond þu, wegbrade, wyrta modor,
eastan openo, innan mihtigu;
ofer ðe crætu curran, ofer ðe cwene reodan,
ofer ðe bryde bryodedon, ofer þe fearras fnærdon.
Eallum þu þon wiðstode and wiðstunedest;
swa ðu wiðstonde attre and onflyge
and þæm laðan þe geond lond fereð.

Deutsche Übersetzung:

Und du, Wegerich, Mutter der Kräuter,
nach Osten geöffnet, innen mächtig;
Karren fuhren über dich hinweg, Königinnen ritten über dich,
über dir weinten Bräute, schnaubten Ochsen.
Ihnen allen widerstehst und widerstandest du;
so widerstehst du auch Gift und Ansteckung
und dem Verhassten, der über das Land fährt.

(Vers 7–13 des Nine Worts Galdor aus der Lacnunga)

Was haben diese neun mächtigen Zauberkräuter aber nun mit der modernen Bedeutung der Redensart zu tun? Das erklärt sich durch die Art und Weise, in der diese Frühlingskräuter in Erscheinung treten. Wir können es jedes Jahr aufs Neue erleben. Sobald nach den langen, kalten und kargen Wintermonaten die erste warme Frühlingssonne die Landschaft erwärmt, erwacht die Frühlingskraft mit einem Schlag zum Leben. Man kann förmlich zugucken, wie das Leben in der Natur zurückkehrt. Teilweise wachsen von einem Tag auf den anderen ganze Pflanzenteppiche auf  Flächen, die am Tag zuvor noch mit Schnee bedeckt waren. Förmlich über Nacht sprießen Blätter und Kräuter an allen Ecken und Enden in der Natur. Es ist eine nach dem Trott der langen Winternächte unerwartete und plötzliche Erscheinung des wiedergeborenen Lebens. Und diese freudige Überraschung fand dann ihren Weg in den uns bekannten Ausruf: ach du grüne Neune!

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com

Ist der Baum, den ich dort sichte

eine Tanne oder Fichte?

Um zu schauen, geh ich tiefer

in den Wald hinein und sehe:

Es ist doch wohl eine Kiefer,

neben jener ich nun stehe.

Fabian Kalis

Egal ob beim Weihnachtsbaumkauf (siehe meinen Artikel „Oh weh Tannenbaum„), beim Zapfensammeln im Wald oder beim Kauf ätherischer Nadelbaum Öle: Häufig ist von Tannen die Rede, ganz gleich, ob der gemeinte Baum tatsächlich eine Tanne ist oder nicht. Blau-Fichten werden in der Weihnachtszeit konsequent als Blau-Tannen vermarktet, Kinder (und auch Erwachsene) erfreuen sich über Tannenzapfen am Waldboden und selbst in der Apotheke erhält man ätherisches Öl mit der Aufschrift „Tanne“, das aus Fichten hergestellt wurde. Eines wird da schnell klar: Die Unterscheidung unserer einheimischen Nadelbäume fällt im Allgemeinen sehr schwer. Dabei ist es eigentlich ganz einfach unsere drei häufigsten Nadelbäume auf einen Blick zu unterscheiden. Wie das geht, das möchte ich in diesem Artikel näher bringen. Dazu gebe ich die typischen Merkmale von Tannen, Fichten und Kiefern an. Da es natürlich innerhalb der drei Gattungen viele unterschiedliche Arten gibt, die sich teilweise mehr oder auch weniger stark unterscheiden, versuche ich auf Gattungstypische Merkmale einzugehen oder beziehe mich auf die bei uns einheimischen Arten.

Tanne (Abies spp.)

Tannen sind in Norddeutschland eher selten zu finden. Sie sind ein typischer Baum des bergigen Süddeutschlands und der Alpenregion. Sie wachsen in typischer Kegelform und können gerade bei jungen Bäumen bis zum Boden beastet sein. Die Äste wachsen waagerecht, umlaufend in Etagen um einen geraden Hauptstamm. Sie werden etwa 50 Meter hoch.

Die Nadeln sind weich, piksen nicht und wachsen in Reihen seitlich aus den Zweigen. Sie sind ca. 3 cm lang. Die Zweige haben eine glatte Oberfläche.

Die Borke ist grau bis weißlich und glatt bei jungen Bäumen und wird rissig bei älteren Exemplaren.

Die etwa 10 cm bis 16 cm langen Zapfen wachsen nach oben gerichtet an den Ästen. Tannenzapfen fallen nicht komplett im Stück von den Bäumen. Sie Blättern Schuppe für Schuppe im Wind ab und verteilen so ihre Samen. Daher findet man am Waldboden auch keine Tannenzapfen. Lediglich die dünnen, kahlen Gerippe  fallen irgendwann zum Waldboden.

Tannen sind Tiefwurzler und bilden eine Pfahlwurzel aus, die mehrere Meter ins Erdreich reicht. Dadruch sind sie sehr resistent gegenüber Stürmen und Winden.

Fichte (Picea spp.)

Fichten wachsen entweder in einer Zylinderform mit spitzen Wipfel oder auch der typischen Kegelform. Die Äste wachsen leicht nach unten geneigt quirlig rund um einen einzelnen geraden Hauptstamm. Durch diese Anwinkelung können Fichten wesentlich besser auch mit großen Schneelasten zurechtkommen. Man findet sie daher bis in den hohen Norden hinein als die letzten Bäume vor der Baumgrenze. Sie können bis zu 70 Meter hoch werden und sind damit der höchste einheimische Nadelbaum.

Die Nadeln sind hart, stechen und piksen. Sie wachsen rund herum um die Zweige und sind 1,5 bis 2 cm lang. Die Oberfläche der Zweige ist höckerig.

Die Borke ist bräunlich-rot, bei alten Bäumen gräulich und schuppig.

Die Zapfen sind 10 cm bis 15 cm lang und wachsen hängend an den Ästen. Sie fallen sowohl nach dem Öffnen und Entlassen der Samen als auch ungeöffnet bei starkem Winde herab. Man kann sie häufig auf dem Waldboden finden. Sie sind eher weich und haben zarte, dünne Schuppen.

Fichten sind Flachwurzler und sind daher nur 1 m – maximal 2 m tief in der Erde verwurzelt. Daher sind sie besonders in Monokulturen stark gefährdet durch starke Winde entwurzelt zu werden.

Kiefer (Pinus spp.)

Kiefern wachsen, sofern sie genügend Platz haben, stark verzweigt und bilden mehrere Kronen aus. Diese sind kegel- oder schirmförmig. Die Nadeln wachsen nur an den Baumkronen. Der untere Teil des Stammes, oder der verzweigten Stämme ist kahl. Die Beastung der Kiefern erfolgt in lockeren Astetagen. In Monokulturen zeigt sich jedoch häufig ein Wuchs mit nur einem einzelnen geraden Hauptstamm.

Die Nadeln wachsen paarweise in den Blattscheiden und kommen in Büscheln rund um den Ast verteilt vor. Sie sind zwischen 4 cm & 8 cm lang.

Im unteren Teil ist die Borke grau. Sie verfärbt sich zur Krone hin jedoch rötlich. Die Borke ist gefurcht und hat glatte große Schuppen.

Im geöffneten Zustand sind die 3 cm bis 8 cm großen Zapfen eiförmig. Im geschlossenen Zustand sind sie kegelförmig. Sie wachsen hängend an den Ästen. Sie fallen sowohl nach dem Entlassen der Samen als auch ungeöffnet bei starkem Winde komplett vom Baum und lassen sich häufig am Waldboden finden. Sie sind hart, holzig und haben dicke, feste Schuppen.

Kiefern sind Tiefwurzler, die eine lange Pfahlwurzel ausbilden. Damit können sie auch in sehr trockenen und sandigen Gebieten ausreichend Wasser aufnehmen.

 

Hier noch ein kurzer Spruch, der hilft Tannen und Fichten zu unterscheiden:

„Die Ficht, die sticht, die Tanne nicht.“

Und ist man sich nach all dem immer noch unsicher, dann kann man jeden Nadelbaum, der Zapfen ausbildet auch einfach als Konifere bezeichnen. Das ist immer richtig, denn Konifere bedeutet: „Zapfen tragend“. Das klingt dann, als ob man Ahnung hätte, obwohl man in Wirklichkeit nicht einmal die drei typischen einheimischen Nadelbäume unterscheiden kann…

Bilder: www.pixabay.com

 

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, was du bist, das weiß man kaum…

Der Weihnachtsbaum: Tanne, Fichte oder doch was ganz anderes?

Alle Jahre wieder beginnt bei Millionen von Menschen die Suche nach dem geeigneten Weihnachtsbaum. Die Zeiten in denen man einfach im Wald einen lokalen Baum geschlagen und in die winterliche Stube verbracht hat sind für die meisten lange vorbei. Stattdessen wartet ein immer größer werdendes Handelsimperium mit einem riesigen Angebot an Bäumen auf. Wer möchte, der erhält seinen Baum heutzutage bequem per Post nach Hause geliefert. Auf Wunsch sogar mit Aufstell- und Anschlussservice…

Die diesem alten Brauch innewohnende Bedeutung ist kaum mehr bewusst (mehr dazu in meinem Artikel Weihnachtsschmuck & Wintergrün aus dem letzten Jahr). Die immer beliebteren und vollkommen unnatürlichen Plastikbäume als moderne und ach so ökobewusste Alternative zum echten Baum im eigenen Heim zeigen ganz klar, dass auch das letzte bisschen Sinn und Hintergrund dieser alten Tradition verloren und vergessen ist. Was bleibt ist ein sinnentleertes Ritual. Was sich aber in den ganzen Jahren nicht geändert hat, ist die oft irreführende Bezeichnung Tannenbaum für alle diese hölzernen Zimmergenossen, denn nicht selten sind die angebotenen Weihnachtsbäume nämlich gar keine Tannen.

Bis in die 60er Jahre war die Gemeine Fichte Picea abies der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland. Auch heute noch finden sich viele dieser auch als Weihnachts-Fichten bezeichneten Exemplare im Angebot der Baumverkäufer. Bei dieser Art sorgt aber selbst der botanische Name für zunehmende Verwirrung im Baumwirrwarr: Picea ist die Gattungsbezeichnung der Fichten. Soweit alles klar. Die Artenbezeichnung abies (klein geschrieben) hingegen bedeutet „Tanne“. Nicht zu verwechseln mit Abies (groß geschrieben), der Gattungsbezeichnung der Tannen. Man könnten den Namen dieses Baumes also mit Tannenfichte übersetzen. Logisch, oder etwa nicht? Ein Vorteil dieses Weihnachtsbaumes: die Gemeine Fichte ist ein einheimischer Nadelbaum, der häufig in deutschen Wäldern angebaut wird. Man kann also mit Leichtigkeit einen lokalen Baum ohne weite Transportwege bekommen. Viele Forste bieten diese Bäume auch direkt zum Selberschlagen im heimischen Wald an. Wegen der rötlich braunen Färbung der Rinde wird dieser Baum auch als Rot-Fichte bezeichnet. Da die Menschen aber scheinbar schon lange ein Problem mit der Auseinanderhaltung von Fichten und Tannen haben, hat sich umgangssprachlich der Name Rot-Tanne für diesen Baum durchgesetzt.

Mittlerweile hat sich jedoch die aus den USA stammende Stech-Fichte Picea pungens als einer der beliebtesten Weihnachtsbäume weltweit durchgesetzt. Grund hierfür: im Vergleich zu anderen Fichten behält diese Art nach dem Schlag lange ihre Nadeln. Zudem verfügt sie über einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, die für den typischen weihnachtlichen Nadelbaumduft sorgen. Auch wenn diese Art hierzulande forstwirtschaftlich für den Weihnachstbaumverkauf angebaut wird, so sind zahlreiche der hier angebotenen Bäume Importe aus fernen Ländern. So wurde auch die Weihnachtstradition erfolgreich globalisiert. Aber auch dieser Baum sorgt mit seinem Namen für mehr Verwirrung: die Stech-Fichte wird auch Blau-Fichte genannt, da ihre Nadeln eine blaugrüne Färbung aufweisen. Der Begriff Blau-Fichte ist zwar botanisch korrekt, wird in unserem modernen Sprachgebrauch aber kaum verwendet. Durchgesetzt hat sich auch hier hingegen die eigentlich falsche Bezeichnung Blautanne für diesen Baum. Der Grund dafür ist die große Ähnlichkeit mit einem anderen Nadelbaum: der ebenfalls als Blautanne bezeichneten Edeltanne Abies procera.

Die als Blautanne bezeichnete Blau-Fichte (Picea pungens)

Die Edeltanne Abies procera und insbesondere spezielle Zuchtformen von dieser Art mit einem besonders blaugrünen Nadelkleid sind zwar tatsächlich echte Tannen und werden unter der Bezeichnung Blautanne auch als Weihnachtsbaum genutzt, mit einem Anteil von nur 5 % am gesamten Weihnachtsbaumgeschäft ist dies aber keine häufige Erscheinung. Die allermeisten als Blautannen angebotenen Weihnachtsbäume sind hingegen eigentlich die Blau-Fichten.

Lediglich die Nordmanntanne Abies nordmanniana ist tatsächlich eine echte Tanne und spielt eine große Rolle beim Weihnachtsbaumvekauf. Hier passt der Name. Und diesen Baum kann man dann auch botanisch korrekt als Tannenbaum bezeichnen. Leider stammen auch hier fast alle Bäume nicht aus heimischen Forsten sondern haben eine lange Reise quer um die Welt hinter sich, bevor sie in unseren Stuben landen. Der Vorteil dieser Baumart: wie alle Tannen behält auch die Nordmanntanne ihre Nadeln sehr lange nach dem Schlag.

Die ebenso beliebte „Nobilistanne“ ist übrigens auch eine Form der Edeltanne Abies procera. Anders als ihr blaugrüner Verwandter wird diese Variante wegen ihrer silbrig schimmernden Nadeln auch gerne als Silbertanne bezeichnet. Botanisch handelt es sich jedoch bei beiden Bäume um verschiedene Varianten der gleichen Baumart. In speziellen Zuchtformen werden diese ganz natürlichen Unterschiede jedoch besonders hervorgebracht.

Eine weitere echte Tanne, die zumindest in den USA gerne als Weihnachtsbaum genutzt wird, ist die Colorado-Tanne Abies concolor. In unseren Gegenden spielt dieser Baum ursprünglich keine Rolle. Da aber auch das Weihnachstbaumgeschäft zunehmend digital, online, globalisiert und mit einem stetig wachsenden Sortiment von statten geht, kann man auch in Deutschland mehr und mehr Exemplare dieser Baumart erwerben.

Neben den Fichten und Tannen und Tannenfichten und Tannen, die eigentlich Fichten sind gibt es natürlich auch noch ganz andere Nadelbäume, die als weihnachtliches Grün genutzt werden.

Zu erwähnen wären hier noch die Douglasien (Pseudotsuga spp.). Diese artenreiche Baumgattung ist ebenfalls hauptsächlich in Nordamerika zu finden und spielt dort eine wichtige Rolle als Weihnachtsbaum. Hier in Europa kann man beim versierten Weihnachstbaumhändler des Vertrauens und natürlich auch online im Weihnachstbaumversand, wo man Bäume aus aller Welt bekommt, sicherlich auch solche Bäume erwerben (in geringem Maße werden sie sogar forstwirtschaftlich in Deutschland angebaut), zumindest derzeit noch sind sie aber eine unbedeutende Randerscheinung. Dort, wo dieser Baum dennoch zu finden ist, sorgen die Bezeichnungen aber für noch mehr Verwirrung: die Gewöhnliche Douglasie Pseudotsuga menziesii wird umgangssprachlich bei uns sowohl als Douglastanne, Douglasfichte & Douglaskiefer bezeichnet. Hier werden also nicht nur Tanne und Fichte in einen Topf geschmissen (das kennen wir ja bereits) sondern auch noch Kiefer und Douglasie mit in das Namenschaos genommen.

Das bringt uns zu eben jener Gattung: die Kiefern (Pinus spp.). Auch einige Arten dieser Baumgattung werden gelegentlich als Weihnachtsbaum in die warmen Stuben geholt. Da Kiefern aber recht schnell nach dem Schlag ihre langen Nadeln verlieren und im Vergleich zu Fichten und Tannen auch wesentlich kahler benadelt sind, haben sich die Kiefern nie wirklich durchsetzen können. Der erfolgreiche Baumhandel findet aber auch hier einen Weg: angepriesen als  „Weihnachtsbaum für Minimalisten“, bieten einige Händler die Waldkiefer (Pinus silvestris) als besonders hochpreisige Spezialalternative zum herkömmlichen Baum an. Das Verkaufsargument: durch die wenigen Nadeln kommt der Baumschmuck besonders gut zur Geltung. Was dabei verschwiegen wird: die dünnen Zweige der Kiefern können kaum Gewicht tragen, so dass der Weihnachtsschmuck gleichfalls karg ausfallen muss. Die ungleichmäßige Wuchsform spricht Individualisten an und generell gilt die Kiefer als ein „Liebhaber-Baum“ für Menschen, die sich durch das kahle Aussehen und den raschen Verlust der Nadeln nicht abschrecken lassen. Weihnachtsbaum mal neu gedacht. Hauptsache anders ist hier die Devise der Baumhändler.

Wegen des ebenso schnellen Verlustes des Nadelkleides sucht man auch Eiben (Taxus spp.) vergebens als Weihnachtsbaum. Gleichermaßen sind die Eiben zumindest als Waldbaum in heimischen Wäldern nahezu ausgerottet. Auch ihr langsames Wachstum machen sie nicht gerade zu einem geeigneten Kandidaten für das jährliche Baumschlagen.

Die Lärchen (Larix spp.), die als einzige heimische Nadelbäume gleich den Laubbäumen ihr Nadelkleid im Winter komplett verlieren und somit um diese Jahreszeit nur als Astgerippe zu finden sind, machen demnach ebenso wenig Sinn als winterliches Grün.

Besonders wirr wird es aber erst wenn man sich im Sortiment der künstlichen Weihnachtsbäume aus Plastik umschaut: hier sind der Kreativität bei der Benennung scheinbar keine Grenzen gesetzt. Ganz gleich welche Form diese Bäume haben und welchem Original sie nachempfunden sind (wenn überhaupt irgendeinem…) wird hier mit den Bezeichnungen nur so um sich geworfen. Hier kann man Kiefer-Tannenbäume, Fichtentannenbäume, Weihnachts-Tannenfichten, Kiefertannen, Blautannenfichten, Rotkieferfichten, Weihnachtslärchen und Blaulärchen finden, um nur einige zu nennen. Die Verwirrung ist damit komplett.

In diesem Sinne: viel Freude bei der diesjährigen Weihnachtsbaum Suche. Jetzt endlich mit botanischer Klarheit.

Nachdem die weiße Holunderblüte schon im Frühling den Sommer angekündigt hat (im phänologischen Jahreskreis ist die markiert die Holunderblüte den Beginn des Sommers), haben sich auch viele andere Sommerblüten einer frühen Schau angeschlossen. Nachdem die großen Flächen mit gelbem Löwenzahn und die Rapsfelder langsam dem späten Frühling wichen, merkte man bei den Bienen eindeutig, dass das Nahrungsangebot einen großen Rückgang verzeichnetete. Für die Bienen ist es daher umso schöner, dass die Trachtlücke zwischen Frühtracht udn Sommertracht in diesem Jahr recht kurz ausviel.

So blühte die Brombeere bereits auch schon wenige Tage vor Mitsommer und hält seitdem ihre zarten Blüten inmitten der dornigen Ranken für allerlei Insekten zum Besuch bereit. Bei der Menge an Bestäubern, die derzeit in den Blüten unterwegs sind, ist auf eine Reiche Brombeerernte zu hoffen. Die Brombeeren waren früher übrigens ein beliebtes Obst bei Opernsängern. Der vitaminreiche Saft aus den Früchten ist sehr gut für unsere Stimmmbänder und beugt Heiserkeit vor. Auch bei einer überbeanspruchten Stimme verschaffen sie schnell Linderung.

Auch die Linde ist nun Ende Juni bereits in voller Blüte. Die Lindenbäume summen und brummen wie ein lautes Sommerkonzert der zahlreichen verschiedneen Bestäuber. Bienen, Hummeln und allerhand Getier labt sich an den ergibiegen Lindenblüten. Diese lieblichen Pflanzenteile werden jetzt gerne auch von uns Menschen gesammelt, getrocknet und dann als Lindenblütentee in der Pflanzenheilkunde genossen. Die Lindenblüten verkörpen dabei die strahlende Kraft der Sonne,  Sie können uns auch im Winter das Gefühl vermitteln unter einer sommerlich summenden Linde zu Sitzen. Mit dieser warmen Sonnekraft vertreiben sie Erkältungskrankheiten.

Etwas auf sich warten ließ aber das Johanniskraut, dessen Blüte eigentlich die Sommersonnenwende begleitet. Viele Pflänzlein zeigen erst jetzt Ende Juni ihre gelben Blüten.

Ein weitere Schmauß für die Bienen ist die Rosskastanie, welche ebenfalls sehr früh mit Ihren kerzenartigen Blütenständen majestätisch Richtung Himmel ragte. Leider waren hier nur wenig Bestäuber zu finden. Bienen habe ich in diesem Jahr nicht an einer einzigen Kastanienblüte gesehen.Nur ein paar vereinzelte Hummeln besuchten die Blüten. Die Rosskastaniensamen werden in der Pflanzenheikunde zur Stärkung der Venen und anderer Blutgefäße genutzt. So helfen sie auch bei Krampfadern und Hämorhiden. Die Blüten werden als Tee aufgegossen als ein Mittel gegen Erkältungskrankheiten genutzt. Der Honig aus dem Nektar der Kastanie ist von dunkler brauner Farbe und hat einen sehr kräftigen und leicht bitteren Geschmack. Er ist eine wahrliche Delikatesse, die aber nicht bei allen Honigfreunden auf Aklang stößt.

Mit Beginn des Sommers nähert sich auch die Schwarmsaison bei den Bienen dem Ende. In diesem Jahr waren allerdings sehr wenig Schwärme unterwegs. Von meinen eigenen Bienen ist kein Volk geschwärmt. Ebenso hatte ich nur wenige Anfragen zum Einfangen von Bienenschwärmen. Es ist eben nicht jedes Jahr ein Schwarmjahr. Es heßt aber in der Imkerschaft: Schwarmjahre sind keine Honigjahre und Honigjahre keien Schwarmjahre. Bei dem derzeitgen Blütenangebot und den wenigen Schwärmen im Frühjar ist also auf eine reiche Honigernte zu hoffen.

 

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Innerhalb der Familie der Korbblütler gibt es die Gattung der Berufkräuter, welche aufgrund ihres Namens häufig für etwas Verwirrung sorgen. Exemplare dieser Pflanzengattung (Erigeon spp.) finden sich fast auf der gesamten Erdkugel, die meisten in Nordamerika. Bei uns in Mittel- bis Nordeuropa sind ledgilich 9 verschiedene Arten heimisch. Die meisten Arten sind ein- oder zweijährig, nur wenige ausdauernd, manche sogar immergrün. Typisch ist dabei die Korbblüte, die sich aus vielen einzelnen kleinen Blüten zusammensetzt, die von den länglichen Hüllblättern umrandet werden. Bei vielen Arten erinnert die gelb, weiße Blüte an die von Gänseblümchen. In der Tat ist die Familie der Gänseblümchen nahe mit den Berufkräutern verwandt. Ebenfalls bilden die meisten Arten, auch ganz gleich dem Gänseblümchen, eine Blattrosette am Boden. Die Blätter sind dabei stets wechselständig.

Der botanische Pflanzename Erigeon leitet sich von den griechischen Wörtern „eri“ (früh) und „geron“ (Greis) ab. Er ist ein Hinweis auf ein weiteres typisches Merkmal der Berufkräuter, nämlich die weiß wolligen Früchte, die sich alsbald nach der Blüte bilden.

In der Pflanzenheilkunde werden die verschiedenen Berufkräuter kaum angewandt. In den wnigsten Kröuterbüchern finden sihc Einträge zu diesen Pflanzen. Lediglich in älteren Büchern finden sich verzeinzelt Angaben zur Anwendung. Dabei sind die gerb- und bittersstoffreichen Pflanzen  gute Helfer bei vielerlei Leiden. Die Gerbstoffe sind innerlich angewandt hilfreich gegen Durchfall.  Hierzu mach man am besten einen Sud aus dem Pflanzematerial. Es wird dabei das komplette oberirdische Pflanzematerial inklusive Blüten und Stängel verwendet. Äußerlich helfen Abkochungen aus dem Kraut gegen entzündliche Leiden der Haut. In der Praxis besonders hilfreich bei Ekzemen, Neurodermitis oder als Sitzbad für einem wunden Babypopo. Auch eine schleimlösende sowie entzündungshemmende Wirkung wird dem Tee aus Berufkräutern zugeschrieben. Damit sind sie auch ein beliebtes Mittel gegen Erkältungskrankheiten und Husten. Sie wirken zudem schweißtreibend und unterstützenn das Fieber, welches ja ein wichtiges Mittel unseres Immunsystems im Kampf gegen die Krankheitserreger ist. Auch gelten sie als allgemein stärkendes Tonikum. Zudem sollen die Berufkräuter gegen Entzündungen im Mund und Rachen hilfreich sein. In der Pflanzenheilkunde wird zumeist das einjährige Berufkraut (Erigeon annuus) verwendet. Aber auch die anderen Arten sind gleichsam wirksam.

kahles Berufkraut

Doch was hat es denn nun mit dem Namen Berufkraut auf sich? Mit Beruf im Sinne von Arbeit hat es natürlich rein gar nichts zu tun. Der Name leitet sich ab von „berufen“, einem alten Wort für verzaubern. Wer mit einer schadhaften Intention verzaubert oder verhext wurde, der war berufen oder auch beschrien. Solche Verzauberungen galten als Urpsrung von Krankheiten und Leiden. Indem man den Berufenen nun mit einem Sud aus einem Berufkraut gewaschen hat, wurde der Schadzauber vom Kranken abgewaschen und auf die Pflanze übertragen, der Gpelagte wurde so geheilt. Insbesondere Babys, die besonders viel schrien, galten als beschriene Seelen. Eine Waschung mit Berufkräutern sollte hier Hilfe bieten und die bösen Mächte von den jungen Menschlein entzaubern. Neben den heute botanisch als Berufkräuter bezeichneten Pflanzen wurden früher auch einige andere nicht näher verwandte Pflanzenarten ebenfalls für diesen Zweck genutzt und als Berufkräuter bezeichnet. Im Volksgauben soll ein vor die Stirn gebundenes Berufkraut Verrückheit und Wahnsinn heilen. Ebenso finden wir die Bedeutung des Berufens auch in unserem Wort „Berufung“. Unsere Berufung ist nämlich der Lebenssinn oder Zweck, mit dem uns die Götter bereits vor unserer Geburt berufen haben. Es ist unsere angezauberte Bestimmung im Leben. Wir sind sozusagen berufen eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Und genau wie uns eine angezauberte schadhafte Berufung Übel bereiten kann, so bringt es uns kein Glück, wenn wir unserer von den Göttern angezauberten Berufung nicht folgen. Und da die Götter in der Regel viel mächtiger sind als die Hexen und Hexer und unguten Geister, die uns böses wollen, hilft auch kein noch so starker Sud aus Berufkräutern um unsere eigentliche Berufung im Leben abzuwaschen.

Einjähriges Berufkraut

Der englische Name „fleabane“ bedeuted „Flohbann“ und gibt einen Hinweis auf die Verwendung der Pflanzen zur Abwehr von Flöhen. Auch als essbarer Wildsalat sind die Berufkäruter zu nutzen. Die Blätter schmecken leicht bitter, sind aber in der Regel sehr zart und ansonsten mild und lieblich in ihrem Geschmack. Die Blüten sind ebenfalls genießbar.

In Deutschland kommt das Einjährige Berufkraut am häufigsten vor. Es ist auch unter den Namen „Weißes Berufkraut“ oder „Feinstrahl“ bekannt. Ursprünglich als Neophyt als Zierpflanze aus Ameriak eingewandert hat es sich schnell ausgewildert und kommt nun wildwachsend relativ häufig vor. Heutzutage haben die Berufkräuter mit ihren zahlreichen Zuchtformen hauptsächlich Bedeutung als Zierpflanze. Wild wachsende Exemplare der urpsrünglich bei uns einheimischen Berufkräuter sind selten geworden.

Text: Fabian Kalis

Bildnachweis: tigerente wikipedia.de CC-BY 3.0 DE, tigerente wikipedia.de CC BY 3.0 DE

 

Vermutlich jeder kennt den leicht scharfen Geschmack von Meerrettich, Senf und Co. Vielleicht ist manchem ja auch schon einmal aufgefallen, dass sich diese Schärfe von der des Chilis unterscheidet. Auch Pfeffer und Ingwer schmecken scharf, haben jedoch ihre ganz eigene Wirkungsweise. Kein Wunder, denn chemisch sind hier grundverschiedene Stoffe am Werk. In Chilis ist es das Capsaicin, was für ein brennendes Gefühl im Mund sorgt. Bei Kresse, Rettich usw. sind es dagegen sogenannte Senfölglycoside, die für die leicht bittere Schärfe verantwortlich sind. Bei Pfeffer ist es Piperin und im Ingwer findet sich Gingerol. Alle diese Scharfmacher haben ihre ganz eigenen positiven Wirkungen auf unseren Körper. Manche sind echte Scharfmacher, die Liebe und Lust befeuern (Chili und Co.) ,andere wirken auf unser Magen-Darm-System (Ingwer und Pfeffer) und wieder andere helfen gegen verschiedene Krankheiten (Lauch, Ziweblen, Kohlgewächse, Rettich). Mit ein paar von Ihnen wollen wir uns in diesem Artikel beschäftigen.

Senfölglycoside sind schwefelhaltige Zuckermoleküle. Sie sind verantwortlich für den typischen Geschmack und Geruch von diversen Kreuzblütern wie etwa Rettich, Meerrettich, Senf und Kohlgewächse zu denen auch die Radieschen gehören. Auch in Kauzinerkresse sind sie zu finden. Senfölglycoside haben eine nachweislich antibakterielle, virostatische und antimykotische Wirkung. Sie wirken also gegen bakterielle Infektionen, Viruserkrankungen und Pilzinfektionen. Wissenschaftliche Untersuchen zeigten ein besonders hohe Wirksamkeit gegen Influenzaviren. Aber auch gegen andere Viruserkrankungen sind Senfölglycosidhaltige Zubereitungen wahre Wunderwaffen. Für die aktuelle Situation mit SARS-COV-2 vielleicht eine hilfreiche Möglichkeit zur Vorbeugung. Besonders die Radieschen empfehlen sich als kleine Immunbooster, da sie leicht selbst anzubauen und auch unverabreitet ein echter Leckerbissen sind. Sie brauchen wenig Platz und sind nach der Aussaat innerhalb von 6 Wochen erntereif. Damit lässt sich auch auf dem Balkon ein bisschen Selbstverantwortung annbauen. Auch für Kinder sind Radiesschen ein schönes Projekt zum selber anziehen. Sie gelingen nahezu immer und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Und ganz nebenbei kann man mit den leckeren Wurzeln aktiv etwas für seine Gesundhet tun. Man muss sich nur mit dem leicht scharfen, bitteren Geschmack anfreunden.

In Zwebeln und Knoblauch finden sich weitere Schwefelhalitge Verbindungen, die ebenfalls starke Effekte auf unsere Gesundheit und unser Immunsystem haben. In der Zwiebel ist es der Stoff Isoalliin. Dieser Stoff (oder eher seine Abbauprodukte, die sofort beim anschneiden der Zwiebel entstehen) treibt uns die Tränen in die Augen, wenn wir Zwiebeln schneiden und verleiht ihnen den scharfen Geschmack. Im Knoblauch ist es Allicin, das den typischen Duft (und auch Knoblauchatem) verursacht. Beide Stoffe wirken stark entzündungshemmend. Aus diesem Grund nutzt man aufgelegte Zwiebeln gerne bei äußerlichen Entzündungen aufgrund von Insektenstichen. Auch die Zwiebel auf dem Ohr bei Entzündungen der Ohren ist deshalb hilfreich. Knoblauch verwendet man in der Pflanzenheilkunde insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege. Bei Lungenentzündung gilt es als eines der besten pflanzlichen Mittel. Das Allicin wirkt nämlich direkt an Ort und Stelle. Über den Darm wird der Stoff vom Körper aufgenommen und gelangt ins Blut. Über den Blutkreislauf gelangt das Allicin schließlich zu den Lungen, wo es über das suerstoffarme Blut ausgeamtet wird. Dies ist auch der Grund, warum wir nach dem Genuss von Knoblauch so einen penetranten Knoblauchduft verströmen, gegen den auch kein Zähneputzen hilft. Der Duft kommt nämlich direkt aus unserer Lunge. Auch Knoblauch scheint also eine wunderbare Heilpflanze bei der aktuellen COVID-19 Pandemie zu sein.

 

Es zeigt sich, dass es nicht immer die exotischen und besonderen Heilfplanzen sein müssen, damit wir Gesund bleiben und gesund werden. Auch in unseren alltäglichen Nahrungsmitteln finden sich ungeahnte Heilkräfte. Eine gute Ernährung mit ordentlich Knoblauch und Kohlgewächsen kann uns also gesund und munter durch viele Krankheitswellen bringen.

 

Text: Fabian Kalis

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Aktuell leben wir in einer Zeit der Ungewissheit und immer neuen Herausforderungen. Innerhalb weniger Tage wurde unser Alltag auf den Kopf gestellt. Wahnsinn, Hysterie und Panik regieren das Bewusstsein. Krass, wie schnell unsere komplette Gesellschaft sich gewandelt hat. Das Virus, dass für diesen Umbruch verantwortlich ist, sorgt dabei bei den meisten für viel weniger Aufregung als die ganzen immer neuen und stündlich wechselnden Maßnahmen, die die Regierungen den Bürgern auferlegen. Ausgangssperren, Kontaktverbote, Schließungen von Einzelhandel etc. Nicht nur persönliche Freiheiten werden entsagt und sorgen für drastische Einschränkungen sondern auch wirtschaftlich bedeuten diese Maßnahmen besonders für viele der kleinen regionalen Betriebe, der Familienunternehmen, der Selbständigigen und Freiberufler das Ende. In solchen Zeiten ist es nicht leicht, sich auf das postive in der Welt zu besinnen und Hoffnung zu bewahren. Doch genau das ist das einzige, was wir derzeit tun können und was wir auch tun sollten.

Die Sonne wird wieder scheinen. Auf den Winter folgt der Frühling und auf den Tod der ganzen einjährigen Pflanzen im Herbst das Keimen neuen Lebens im nächsten Jahr. Die Natur läuft in immer wiederkehrenden Zyklen ab. Alles geht vorbei. Und so wird auch die Corona-Krise vorbeiziehen. Mit ihr werden derzeit viele gesellschaftliche Normen und Werte in Frage gestellt, die Globalisierung steht auf dem Prüfstand. In Zeiten in denen viele große Unternehmen still stehen tut sich auch in Sachen Klimaschutz etwas. Weitaus weniger Umweltverschmutzung und Austoß von Klimagasen ist derzeit zu beobachten. Die unfreiwllige Pause von Arbeit und Alltag lockt viele Menschen nach draußen in die Natur. Und dort merken sie, wie gut es tut, mal draußen zu sein. Vielleicht erwartet uns ja ein langfristiges Aufwachen und Rückbesinnen auf altes Wissen.

Gerade jetzt können uns die Kräuter nicht nur helfen gesund zu beleiben, unser Immunssystem zu stärken oder Krankheiten zu heilen, sie können uns auch die Seele und unser Gemüt erhellen. Wenn wir jetzt im Frühling in der Natur unterwegs sind und überall das sprießende Grün und die lebenskräfte der Natur wahrnehmen, so merken wir auch in uns selbst ein Aufhellen der Kraft und Freude.

Besonders zu empfehlen ist jetzt das Scharbockskraut, welches reich an Vitmain C ist. Frisch gepflückt und kleingehackt läasst sich mit ihm ein schmackhafter Frühlinsquark zaubern, der unserem Körper die nötige Power gibt, um ein starkes Immunsystem zu haben. Auch die Gundelrebe oder der Gundermann finden sich frisch am Waldboden. Dieses Kraut ist nicht nur zum Ausschwemmen von Schwermetallen im Körper und dem äußerlichen Behandeln eitriger Wunden (Gund ist ein altes deutsches Wort für Eiter) gut sondern es ist auch ein hervorragendes Mittel bei Bronchtitis und anderen Erkrakrungen der Atemwege. Die Natur hält alle Heilmittel für uns bereit. Also nutzt die Zeit und geht nach draußen. Nehmt Kontakt auf mit den Pflanzen des Frühlings und schaut, welche heilsamen Kräfte ihr schon beim bloßen Kontakt mit den Pflanzen erspüren könnt. Das hilft gegen Angst und Panik, gegen Hysterie und Lagerkoller. Es tut gut. Es hilft uns, sich auf das Wesneltiche rückzubesinnen.

Noch etwas in eigener Sache: auch mich trifft das Veranstaltungsverbot, welches derzeit herscht. Kräuterwanderungen, Seminare und andere Angebote von mir,  können derzeit nicht stattfinden. Das bedeutet natürlich auch für mich einen Verdienstausfall, der schwer auszugleichen ist. Doch es gibt auch eine Zeit nach der Krise. Ich freue mich daher über alle Interessenten, die sich auch jetzt schon Gedanken um die Zeit nach Corona-Krise machen und sich für zukünftige Veranstaltungen anmelden. Dies gibt Planungssicherheit, Liquidität und die wirtschaftliche Kraft, diese Zeit als kleines freiberufliches Unternehmen durchzustehen. Als kleinen Anreiz biete ich derzeit 20 % Rabatt auf alle Veranstaltungen, wenn ihr euch bis zum 31.03.2020 anmeldet. So haben alle etwas davon. Ihr spart und ich kann für die Zukunft planen.

Der Onlineshop meiner Imkerei ist nach wie vor geöffnet. Bestellungen werden wie gewohnt ausgeliefert. Meine persönliche Empfehlung: bestellt Propolis und macht euch die Kraft des natürlichen Tonikums aus dem Bienenstock zu Nutze. Auch mit einem Einkauf in meinen Onlineshop könnt ihr mich unterstützen. Ich freue mich über jede einzelne Bestellung. Und auch hier gibt es einen Anreiz auch für Kleinstbestellungen: derzeit sind alle Bestellungen mit einem Warenwert ab 25 € versandkostenfrei.

Auch Bienenschwärme darf ich derziet noch einfangen. Die Schwarmsaison geht jetzt bald los. Meldet euch also gerne. Auch die Beratung bezüglich Hornissen und Umsiedlungen von Nestern führe ich aktuell noch durch. Meldet euch also auch in diesem Fall wie gewohnt bei mir.

Wir werden diese Zeit gemeinsam (zumindes in unseren Herzen, denn physisch hersscht ja ein Kontaktverbot) druchstehen. Da bin ich mir sicher. Lasst uns also schon jetzt den Samen für eine fruchtbare Zukunft nach der Krise setzen. Die Sonne wird wieder scheinen und das schon bald. Macht das beste aus dieser Zeit.

 

Text: Fabian Kalis

Bilder: www.pixabay.com