Innerhalb des Tribus der Melliponini gibt es in der Gattung Triguna drei Arten von stachellosen, staatenbildenden Bienen, die eine für Bienen ganz besondere Nahrungsquelle für sich entdeckt haben. Es sind die Arten Trigona necrophaga, T. crassipes und T. hypogea. Der Artenname necrophaga setzt sich aus den griechischen Wörtern „nekros“ (Tod) und „phagein“ (essen). Diese Bienen sammeln zwar wie alle anderen Bienenarten auch Pflanzennektare, um daraus einen Honig zu produzieren, ihren Eiweißbedarf decken Sie aber nicht durch das Eintragen von Pollen. Diese Bienen sammeln hierfür die verwesenden Fleischüberreste toter Tiere. Es sind Aaßfresser. Diese speziellen Arten kommen ausschließlich in Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik vor.
Die Bienen dringen meist über die Augen in die Kadaver ein und sammeln dann im Inneren das für sie beste Fleisch ab. Dieses wird zunächst eingespeichelt, sodass die körpereigenen Enzyme, das Fleisch vorverdauen, bevor es dann abgenagt, zerkaut und zerkleinert und in dem speziellen Honigmagen, den alle Bienen besitzen, und der normalerweise zum Transport von großen Nektarmengen genutzt wird, aufbewahrt und ins heimische Bienennest verbracht wird. Dort wird der fleischige Brei, der mittlerweile mit körpereigenen Enzymen der sammelnden Biene und Spuren von süßen Pflanzennektaren, die sich immer auch in den Honigmägen befinden, angereichert wurde, an die Arbeiter im Bienenvolk weitergegeben. Genau wie bei dem eingetragenen Nektar wird dieser Fleischbrei nun von Biene zu Biene gereicht und dabei immer mehr eingedickt und mehr und mehr mit Enzymen angereichert. Aus Nektar wird in diesem Prozess langsam der Honig. Der Fleischbrei wird so zusammen mit den geringen Mengen an Nektar aus den Honigmägen zu einem honigartigen zucker- und stark eiweißhaltiger Brei. Gleich dem fertigen Honig, wird dieser Fleischhonigbrei nun in Vorratsbehältern aus Wachs eingelagert. Man könnte sagen, es entsteht hier ein Honig, der zu großen Teilen aus vermottetem Fleisch besteht. Dieser spezielle Brei ist die Nahrung für den Bienennachwuchs. Die Larven brauchen die stark eiweißreiche Kost, um schnell heranzuwachsen und genug Reserven für ihre Metamorphose zu adulten Bienen anzulegen.

Der fertige Fleischhonig hat eine dunkel grau-braune Farbe und einen säuerlichen Geschmack mit einer leichten Süße. Einige native Einwohner neotropischen Regionen, in denen diese Bienen leben, nutzen diesen speziellen Fleischhonig ebenfalls zu Nahrungszwecken. Er enthält weitaus weniger Zucker, als herkömmlicher Honig, der hohe Gehalt an tierischem Eiweiß macht ihn aber dennoch zu einer wertvollen Nahrungsquelle.
Dieser Honig ist wahrlich eine Kuriosität unter den besonderen Honigsorten. Zu gerne würde ich eine Kostprobe verköstigen. Leider bliebe mir dieses Vergnügen bisher verwehrt. In Bezug auf den ohnehin schwierigen rechtlichen Status von Honig uns artfremder Arten (siehe hierzu meinen Artikel Honig Diskriminierung) stellt dieser Honig eine besondere Schwierigkeit dar.
Die Nester der Gattung Trigona befinden sich meist in hohlen Baumstämmen oder kleinen Erdhöhlen. Sie bauen ihr Nester aus Bienenwachs, Propolis und Pflanzenharzen. Der Honig und Fleischbrei wird in großen eiförmigen Wachstöpfen gelagert, um die herum die kleinen Brutwaben angeordnet sind. Dabei werden reiner Honig aus Pflanzennektaren und Honigtau und der spezielle Fleischbreihonig nicht unbedingt getrennt voneinander aufbewahrt. Es entstehen daher oftmals Mischungen dieser beiden.
Text: Fabian Kalis
Bildnachweis: Luis Fernández García, CC BY-SA 2.5 ES <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/es/deed.en>, via Wikimedia Commons












Auch die christliche Kirche, die ja das Räuchern lange Zeit als heidnisches Teufelswerk verschrien hat, konnte die reinigenden und schützenden Aspekte einiger Räucherdüfte irgendwann nicht mehr ignorieren. Die großen Kirchen waren Zufluchtsort für Kranke und Sterbende. Man kann sich gut vorstellen, dass hier, insbesondere in Zeiten, in denen Hygiene einen sehr niedrigen Stellenwert in der Gesellschaft hatte, ein Sammelbecken von Infektionskrankheiten entstand. Wer gesund war und in die Kirche ging, konnte sich sehr leicht mit einer unschönen Krankheit anstecken. Zunächst war es dem Gestank geschuldet, denn ein Treffpunkt kranker, sterbender und ungepflegter Menschen, der die Kirchen ja waren, glänzte nicht unbedingt mit Wohlgerüchen, dass die Kirche begann das einst verteufelte Räucherwerk in den eigenen Reihen zu nutzen. Bei einem solch widerlichen Ambiente und der Angst, dass man ebenfalls von den Krankheiten befallen werden würde, schwand nämlich die Zahl der Besucher in den Kirchen. Es mangelte an Kundschaft. Und ohne Kundschaft, die ihr weniges Geld zum Sündenerlass der Kirche in den Rachen warf, drohte die Stellung der Kirche zu fallen. Eine Lösung musste her. Kurzerhand wurde insbesondere der Weihrauch, der ja schließlich schon dem Jesuskind geschenkt wurde, zu etwas heiligem erklärt und die Kirchen damit ausgeräuchert. Der neue Wohlduft frischte das schlechte Image der Krichen wieder auf und lockte viele neue Besucher in die kalten Hallen. Wie so vieles, wurde auch das Räuchern so von einem verbotenen Teufelstreiben zu etwas tugendhaften und christlichen gewandelt und von der Kirche adaptiert.



